Nach über einem Monat Zwangspause wegen heftiger Schneefälle ist das integrierte Grenzsystem Cristo Redentor seit Dienstag, dem 18. August, wieder in Betrieb – allerdings nur für den Güterverkehr. Ein Sondereinsatz soll die hunderten festsitzenden Lastwagen in Mendoza entlasten und den Transit nach Chile beschleunigen.

Ende des Wartens: Der wichtigste Grenzübergang zwischen Argentinien und Chile öffnet mit Einschränkungen

Nach 34 Tagen ununterbrochener Schließung aufgrund heftiger Schneestürme in den Anden wird das Systema Integrado Cristo Redentor ab diesem Dienstag, dem 18. August 2026, wieder geöffnet. Die Wiedereröffnung, die von den Grenzkoordinationsstellen Argentiniens und Chiles bestätigt wurde, erfolgt nach einem strengen Plan, der den Güterverkehr priorisiert und den touristischen Transit vorerst aussetzt.

Wie die Nationale Direktion für technische Grenzangelegenheiten, die dem Innenministerium untersteht, mitteilte, ist die Durchfahrt in den ersten fünf Tagen ausschließlich Lastwagen vorbehalten. Ziel ist es, die tausenden auf der Route gestrandeten Fahrzeuge abzuarbeiten, deren erzwungener Stillstand seit dem 14. Juli heftige Proteste der Logistikbranche ausgelöst hat – mit geschätzten Verlusten von 600 US-Dollar pro Lkw und Tag.

Öffnungsplan: Tage und Uhrzeiten

Der Notfallplan sieht einen klaren Zeitplan vor, um Staus zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten:

DatumRichtungUhrzeit
Dienstag 18., Mittwoch 19. und Donnerstag 20. AugustArgentinien → Chile9 bis 21 Uhr (argentinische Zeit)
Freitag 21. und Samstag 22. AugustChile → Argentinien9 bis 21 Uhr (argentinische Zeit)

In Chile gelten die Zeiten von 8 bis 20 Uhr. Während dieser Tage ist der Abschnitt zwischen dem A.C.I. Uspallata und der Tunnelöffnung ausschließlich für Lastwagen in Richtung Mendoza-Chile reserviert. Der lokale Tourismus ab Uspallata ist ausgesetzt; die Behörden werden „zu gegebener Zeit“ über die Bedingungen für PKWs, Busse und Tourismus informieren.

Einsatz zur Einkapselung: So wird die Überquerung organisiert

Am Montagnachmittag wurde das zwischen argentinischen und chilenischen Behörden abgestimmte Protokoll aktiviert. Die Gendarmería Nacional koordiniert eine Operation mit „Sicherheitskapseln“, um Lastwagen von den Parkplätzen in Uspallata nach Punta de Vacas zu bringen, wo sie auf die Tunnelöffnung warten.

Wie die Zeitung Los Andes berichtet, wurde die Ausfahrt von Fahrzeugen von den Parkplätzen der Tankstelle YPF und der ehemaligen EG3 (Parador Doña Carmen) freigegeben. Allerdings stellten die Behörden fest, dass viele Lastwagen ohne Fahrer sind oder dass Sattelauflieger ohne Zugmaschinen abgestellt wurden; die Transportunternehmen wurden aufgefordert, zu den Parkplätzen zurückzukehren.

Parallel wird der Transfer von Fahrzeugen aus Luján de Cuyo zum A.C.I. Uspallata überwacht, um die Parkplätze in den Hochgebirgsregionen zu entlasten. Die entlang der Ruta Nacional 7 in der östlichen Zone von Mendoza abgestellten Lastwagen können den Parkplatz in Luján ansteuern.

Mehr als 500 Lkw warten darauf, die ersten zu sein

Laut El Sol warten mehr als 500 Lastwagen an den Kontrollpunkten von Uspallata darauf, als erste die Grenze zu überqueren, während weitere 800 an verschiedenen Punkten der Route verteilt sind. Der Notfallplan, der unter Beteiligung der Ministerien für Produktion und Sicherheit von Mendoza, der Gemeinde Luján de Cuyo, der nationalen Straßenverwaltung und der Lkw-Verbände (Aprocam und ACCUM) erstellt wurde, sieht drei Parkplätze in Uspallata mit einer Kapazität von 550 Stellplätzen und zwei Ausweichflächen in Luján für den lokalen Transport vor.

Die 34-tägige Schließung ist die längste in der Geschichte des Passes und übertrifft alle bisherigen Rekorde. Die Schneemengen in der Region erreichten zwischen 60 und 100 Zentimeter, so der nationale Wetterdienst, der mehrere Tage lang orangefarbene Warnungen ausgesprochen hatte.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Erwartungen

Die Logistikbranche schätzt die Verluste durch den Stillstand auf Millionenbeträge. Jeder gestoppte Lkw verursacht Kosten von 600 US-Dollar pro Tag, ohne Berücksichtigung verderblicher Ladung, die möglicherweise beschädigt wurde. Die ausschließliche Wiedereröffnung für den Güterverkehr soll den bilateralen Handel beschleunigen, der stark von diesem Korridor abhängt.

Die Behörden warnen, dass die Operation dynamisch ist und dass Wetterbedingungen den Zeitplan ändern könnten. Transportunternehmen wird empfohlen, sich über die offiziellen Kanäle von Vialidad Nacional und der Gendarmería auf dem Laufenden zu halten.

Quellen: Rosario3, Los Andes, El Sol de Mendoza