Das Regiment der berittenen Grenadiere hat den vor 51 Jahren entführten und ermordeten Oberstleutnant Argentino del Valle Larrabure auf bewegende Weise geehrt. Ein Video des Gedenkens während des Unabhängigkeitsmarsches am 9. Juli wurde geteilt. Wer war dieser Mann, und warum ist sein Andenken für Argentinien so wichtig? Wir erklären die Hintergründe.

Das Regimiento de Granaderos a Caballo 'General San Martín' hat am 19. August 2026 auf seinen offiziellen Social-Media-Kanälen einen bewegenden Beitrag veröffentlicht: Anlässlich des 51. Jahrestages des Verschwindens von Oberstleutnant Argentino del Valle Larrabure erinnerte die Einheit, die als persönliche Eskorte des Präsidenten dient, an diesen Militärhelden.

Der Gedenkmarsch am 9. Juli

Die Institution teilte ein Video des Geden akts, das während der traditionellen Märsch in der Kathedrale Metropolitana am 9. Juli 2026 – dem argentinischen Unabhängigkeitstag – entstanden war. Dazu schrieben die Granaderos: „Möge sein Beispiel uns inspirieren, für eine einzigere und größere Heimat zu arbeiten“ und fügten hinzu: „Wir teilen den Tribut, den das Regiment auf seinem Weg zur Kathedrale gezollt hat.“ Die Botschaft erhielt Tausende positive Reaktionen und viele Dankesworte.

Wer war Argentino del Valle Larrabure?

Der Oberstleutnant ist eine zentrale Figur der argentinischen Militärgeschichte. Er leitete die Militärfabrik in Villa María (Provinz Córdoba), als er am 27. Juni 1974 von der linksgerichteten Guerillaorganisation Ejército Revolucionario del Pueblo (ERP) entführt wurde. Die ERP führte als Rache für den von der Regierung unter María Estela Martínez de Perón verhängten Ausnahmezustand.

Während seiner 1.383 Tage dauernden Geiselhaft in der sogenannten „Cárcel del Pueblo“ (Volksgefängnis) erlitt Larrabure Folter, Einzelhaft und den emotionalen Druck, auch den Tod seiner Mitgefangenen zu erleben. Er blieb laut überlieferten Berichten ungebrochen und widmete sich fast täglich Körper- und Geistestraining. Seine Haltung machte ihn zum Symbol für Mut und Patriotismus.

Die mysteriöse Tragödie

Am 25. August 1976 wurde Larrabure schließlich in der Nähe von Bell Ville aufgefunden – geführt in einem verlassenen Auto. Die Spuren deuten darauf hin, dass die ERP ihn nach der Ermordung weiterer aus politischen Grünenen als öffentliches Abschreckungsmittel gebraucht hatte. Seine Leiche wies sichtbare Spuren von Folter und Misshandlung auf.

Die Militärs und viele Argentinier sehen in ihm einen „Märtyrer“, der bis zur letzten Sekunde seine Werte und den Treue auf den Staat aufrechterhielt.

Der Weg zur Seligsprechung

In einem Schritt der katholischen Kirche Argentinien, unterstützt von der Erzdiözese Córdoba seit dem Jahr 2021, trägt Larrabure den kirchlichen Ehrentitel „Siervo de Dios“ (Diener Gottes). Dies ist die erste Stufe eines Seligsprechungsverfahrens, das ihn als Vorbild an Glaubensstärke und Gottergehenheit darstellt. Viele Argentinien hoffen, dass sein Fall eines Tages zu den Altären geführt werden.

Warum dieses Gedenken heute?

Das offizielle Gedenken des Regiments zeigt, dass die Erinnerung an Larrabure in Militärs, Politik und Gesellschaft weiter präsent ist. Der 9. Juli ist der wichtigste Nationalfeiertag, und die Teilnahme der Granaderos – die ursprünglich als Begleiter von General San Martín dienten – symbolisiert eine direkte Verbindung zum Unabhängigkeitskampf. Die hohe Anzahl an Beifallkundgebungungen zeigt, dass die Beobachtung des Opfergeists und der Menschenwürde viele bewegt.

Auch international erhalten die argentinischen Debatten über den Bürger und Umverteilung der Geschichte eine emotionale Komponente. Für ausländische Betrachter bietet der Fall ein Krise in der gewaltsamen Ära der 1970er Jahre und darüber, wie heute Helden erinnert werden.

Biografie in Kürze

Geburtsjahr1929 (genaues Datum nicht offiziell)
EntführungJuni 1974 durch ERP
Gefangenschaft1.383 Tage
Mord25. August 1976

Bislang gibt es kein amtliches Gedenkmuseum, aber jährlich organisieren Veteran & Patrioten Kurse. Besuchen Sie auch die Wikipedia-Seite zu Argentino Larrabure.