Das Klimaphänomen hat sich bereits etabliert und könnte zwischen Oktober und Dezember eine starke bis sehr starke Intensität erreichen. Ein Algorithmus der Börse von Rosario prognostiziert Niederschläge von bis zu 90% über dem Normalwert im Dezember – eine enorme Herausforderung für Aussaat und Ernte.

El Niño ist jetzt gekoppelt: Was erwartet die Region?

Das Phänomen El Niño hat mit einer Ozean-Atmosphäre-Kopplung seine aktive Phase erreicht, wie aus den jüngsten Berichten der Börse von Rosario (BCR) hervorgeht. Die Anomalie der Meeresoberflächentemperatur im Pazifik beträgt 1,8°C, gegenüber 1,25°C, die erst einen Monat zuvor registriert wurden – eine klare Tendenz hin zu einem starken Ereignis.

Der Berater von GEA/BCR, Alfredo Elorriaga, erklärte, dass die ozeanische Phase des Phänomens im Juni begann, aber jetzt beginnt sich die Atmosphäre mit der Erwärmung des Pazifik zu koppeln. Dieser Prozess bedeutet, dass seine Auswirkungen auf das argentinische Klima beginnen zu spüren. Der Spezialist vergleicht die Situation mit dem El Niño 2015/16, das ein Maximum von 2,8°C erreichte und eines der stärksten Ereignisse der letzten 50 Jahre war.

In dieser Saison gibt es jedoch eine größere Unsicherheit wegen einer Änderung der Methodik bei der NOAA und Schwierigkeiten beim Zugang zu Daten. Die Projektionen weisen auf einen Peaking hin, der zwischen 2 und 3 Grad variieren könnte, mit einem wahrscheinlichen Szenario unterhalb von 2,5.

Das Modell, das die Regenfälle antizipiert

Die BCR und das GEA-Team haben eine im 2023 entwickelte Algorithmus aktualisiert, unter Verwendung der Aufzeichnungen von 36 Wetterstationen ihres Netzes und der Informationen von 10 Klimamodellen. Das Ergebnis ist eine statistische Berechnung der erwarteten Niederschläge für die wichtigsten Frühlingsmonate:

MonatPrognostizierter AnstiegHauptauswirkung
Oktober+30%Beginn der ersten Sojaaussaat
November+70%Zweitfrucht-Soja und späte Maispflanzung
Dezember+90%Höhepunkt des Phänomens: Weizenernte und Aussaat

Der Höhepunkt des Phänomens konzentriert sich auf die letzten drei Monate des Jahres. Nach Angaben des Spezialisten werden Regenfälle häufiger auftreten, was die Arbeitsfenster auf dem Feld verringert und eine große Frage für den Bauern aufwirft: Wie nicht die Fenster für Aussaat und Ernte verlieren.

Die Weizenernte und die grobe Aussaat

Die großen Regenfälle treffen einen kritischen Zeitpunkt der landwirtschaftlichen Kampagne. Ab Oktober beginnt die erste Sojaaussaat. Ende November überlappen sich Weizenernte, Zweitfrucht-Soja und späte Mais. Dezember wäre der schwierigste Monat mit 90% mehr Regen, was zu Bodenproblemen und Engpässen bei der Arbeit führen könnte.

Der späte Mais ist die am stärksten gefährdete Kulturpflanze: Sie ist sehr anfällig für Überschwemmungen, und die Saatgut teuer, daher eine Pflanzverlust hat einen hohen Einfluss. Im Vergleich zum Niño 2015/16, wo der Höhepunkt im Januar-Februar auftrat, verlor Argentinien 6 Millionen Tonnen Soja durch übermäßiges Wasser im April.

Empfehlung der Experten:
• Frühzeitige Aussaat von frühem Mais (Ende August/Anfang September) vorziehen.
• Aufgaben nicht aufschieben.
• Jedes Fenster mit gutem Wetter nutzen, besonders Ende November und Dezember.

Temperaturen und Hitzewellen

El Niño erzeugt nicht nur Regen, sondern auch Temperaturanstiege. Der Winter 2015 war der wärmste in 60 Jahren, und diese Saison wird eine moderate Endzeit des Winters erwartet. Hitzewellen sind in Niño-Jahren häufiger, wie im Januar 2023/24, und das erfordert eine Überwachung der Sommerkulturen.

Der Atlantik und die Unsicherheit

Das Verhalten des Atlantiks spielt eine Rolle. Er ist derzeit wärmer als normal und lieferte Feuchtigkeit im Juli, aber Modelle projizieren eine kalte Anomalie für Oktober, November und Dezember, was zusätzliche Feuchtigkeit aus Osten reduzieren könnte. Dies könnte die großen Regenmengen ausgleichen.

Die Schätzungen der BCR sind eine Referenz für Landwirte, um Entscheidungen zu treffen. Die Saison 2026/27 erweist sich als eine der herausforderndsten und produktivsten der letzten Jahre, mit einer hohen Wasserverfügbarkeit und einem Tempo, das Effizienz verlangt.

Quellen: GEA – Bolsa de Comercio de Rosario | La Capital