Ein verheerender Sturm hat den Osten Spaniens erschüttert und die Küsten von Valencia und Castellón in einen Ausnahmezustand versetzt. Von geschlossenen Schulen über den totalen Stillstand der Renfe-Züge bis hin zu massiven Straßenblockaden – die Region kämpft gegen extreme Überflutungen, während die Rettungskräfte in höchster Alarmbereitschaft stehen.

Extremsituation an der Mittelmeerküste

Der Osten Spaniens erlebt derzeit eine kritische Phase. Sintflutartige Regenfälle, heftige Gewitter und Hagel haben die Infrastruktur der Regionen Valencia und Katalonien nahezu vollständig gelähmt. Die staatliche Wetterbehörde AEMET (Agencia Estatal de Meteorología) – das spanische Pendant zum Deutschen Wetterdienst – musste für die Küsten von Valencia und Castellón die höchste Warnstufe, die "Alerta Roja" (Rote Alarmstufe), ausrufen.

Sofortige Auswirkungen:

Aufgrund der Intensität der Niederschläge mussten in Valencia bereits am Donnerstag ab 15:00 Uhr alle Schulen geschlossen werden. Die Sicherheitskräfte wurden in massiver Zahl mobilisiert, um die Bevölkerung zu schützen.

Kollaps des Transportwesens

Die Mobilität in der Region ist massiv eingeschränkt. Renfe, der nationale staatliche Eisenbahnbetreiber Spaniens, traf die drastische Entscheidung, ab Donnerstag 18:00 Uhr den Betrieb der Vorortzüge (Cercanías, Linien C1, C2, C3 und C6) sowie Fern- und Regionalzüge mit Start oder Ziel in Valencia und Verbindungen nach Katalonien einzustellen.

Diese Einschränkungen bleiben so lange bestehen, bis umfassende Sicherheitsinspektionen der Gleise abgeschlossen sind. Auch auf den Straßen herrscht Chaos: Die Generaldirektion für Verkehr (DGT) meldete einen Rückgang des Verkehrsflusses um 60% in der Gemeinschaft Valencia, ergänzt durch gefährliche Felsstürze auf mehreren Fernstraßen.

Niederschlagsdaten

Laut Avamet wurden an folgenden kritischen Punkten extreme Werte gemessen:

Ort Regen (l/m²)
Eslida 129,8
Xodos 112,8
Yátova 91,2

Ein Wert von über 100 l/m² entspricht extremen Starkregenereignissen.

Krisenmanagement und Rettungsmaßnahmen

Die Koordination der Notfallmaßnahmen erfolgt durch die Regionalräte Juan Carlos Valderrama (Valencia) und Núria Parlon (Katalonien). Die Strategie umfasst folgende Schwerpunkte:

Valencia

Extreme Überwachung des Túria-Flusses und der Ravines (Trockentäler) Carraixet und Poyo. Notunterkünfte in den Hallen von Benimaclet und La Petxina wurden für Obdachlose eingerichtet.

Tarragona

Versand von Massenwarnungen über das System "Es-Alert" an die Landkreise Baix Camp, Baix Ebre, Ribera d'Ebre und Montsià.

Barcelona

Der kommunale Notfallplan konnte am Donnerstag um 20:15 Uhr wieder deaktiviert werden, da die Entwässerungskapazitäten der Stadt stabilisiert wurden.

Quelle: AEMET