In einer epischen Nacht in Chile setzte sich der Calamar mit 7:6 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach 90 Minuten 0:0 gestanden hatte, und sicherte sich den Einzug ins Viertelfinale der Copa Libertadores 2026. Torhüter Juan Pablo Cozzani hielt den letzten Schuss und löste den Jubel aus. Nun trifft das Team von Martín Palermo auf Fluminense.

Eine Nacht für die Geschichte

Im Estadio Francisco Sánchez Rumoroso von Coquimbo schrieb Platense eines der glorreichsten Kapitel seiner Vereinsgeschichte. Am 19. August 2026 besiegte der Calamar Coquimbo Unido im Elfmeterschießen mit 7:6 und zog zum ersten Mal ins Viertelfinale der Copa Libertadores 2026 ein – ein Novum für den Klub aus Vicente López, einem Vorort von Buenos Aires.

Das Rückspiel der Achtelfinals endete nach 90 Minuten 0:0, womit die Serie insgesamt 1:1 stand (das Hinspiel in Vicente López hatte ebenfalls 1:1 geendet). Die Entscheidung fiel vom Punkt, und dabei wurde Torhüter Juan Pablo Cozzani zum Helden des Abends.

Die Entwicklung des Spiels

Die Partie war intensiv und umkämpft, mit ausgeglichenen Phasen und wenigen Torchancen. Eine wichtige Szene ereignete sich in der 25. Minute der ersten Halbzeit, als Lucas Pratto wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste und durch Johansen ersetzt wurde.

In der zweiten Halbzeit übernahm das von Martín Palermo trainierte Team zunehmend die Kontrolle. Platense erhöhte den Druck und suchte immer wieder den Abschluss, scheiterte jedoch an der eigenen Unpräzision und an den Paraden des chilenischen Keepers Diego Sánchez. So blieb es bis zum Ende torlos.

Das Elfmeterschießen

In der Entscheidung vom Punkt hielt Cozzani den siebten Schuss der Chilenen, ausgeführt von Salvador Cordero, und leitete damit den ekstatischen Jubel ein. Zuvor hatte Cozzani selbst den sechsten Elfmeter seines Teams verwandelt – eine bemerkenswerte Nervenstärke.

„Ich gehe entschlossen, mit Überzeugung. Ich trete mit aller Kraft, mit dem Herzen. Ich spüre es dort drinnen. Wir müssen überzeugt sein. Wir haben eine enorme Anstrengung unternommen, Juan Pablo (Cozzani) ist bereit, uns zu helfen, aber ihr müsst antworten. Auf geht’s, wir gewinnen!“

Die Motivationsrede von Martín Palermo vor dem Elfmeterschießen

Die Aussagen von Palermo

Der „Titán“, der als Trainer zum zweiten Mal in dieser Phase der Libertadores steht (zuvor 2014 mit Arsenal de Sarandí), zeigte sich in der Pressekonferenz sichtlich bewegt: „Das ist historisch für den Verein und für uns.“

Palermo würdigte die Leistung seiner Mannschaft: „Eine große Freude. Ähnlich wie damals mit Arsenal, als wir im Achtelfinale auf Unión Española trafen und hier in Santiago schließlich weiterkamen. Das Schicksal wollte es, dass das Elfmeterschießen zu unseren Gunsten ausging. Verdient für eine Gruppe, die in den letzten Monaten – trotz guter Auftritte im Pokal – in der Meisterschaft nicht das Glück hatte. Das ist eine Belohnung für diese gesamte Truppe.“

Über die Bedeutung des Sieges gegen Independiente (1:0) wenige Tage zuvor, der sein Comeback als Trainer einläutete, erklärte er: „Es war eine Serie von Spielen in kurzer Zeit seit meiner Übernahme. Das Spiel gegen Independiente war ein enorm wichtiger Impuls.“

Der Trainer betonte auch die Situation seiner Spieler: „Diese Runden sind nicht einfach zu spielen, manchmal führen sie zu Fehlern und Ungenauigkeiten. Viele dieser Spieler erleben zum ersten Mal eine so wichtige Phase – das ist eine große Last.“

Abschließend richtete er eine Botschaft an die Fans: „Heute gilt es, diesen Erfolg zu genießen. Wir haben jetzt die Chance, gegen einen Gegner wie Fluminense zu spielen. Alle Fans sollen es genießen – das ist historisch für den Klub und für uns.“

Die Worte des Gegners

Auf der anderen Seite zeigte sich Coquimbos Trainer Hernán Caputto stolz auf die historische Teilnahme seiner Mannschaft, die erst ihre zweite Libertadores-Saison spielte: „Bei einer solchen Niederlage sieht man oft nicht den gesamten Weg, den wir zurückgelegt haben. Ich behalte das, wie wir in allen Pokalspielen gekämpft haben – heute war keine Ausnahme. Wenn ich etwas sagen soll, auch wenn es abgedroschen klingt: Wir sind im Stehen gestorben.“

Der Trainer der Gastgeber fügte hinzu: „Wir spielten gegen ein Team aus einer der besten Ligen der Welt, viele Stufen über unserer, aber wir waren ebenbürtig, sowohl hier als auch dort, und das Elfmeterschießen entschied. Ich habe den Spielern nichts vorzuwerfen – im Gegenteil, ich verneige mich vor dieser Anstrengung.“

Caputto widmete auch den Fans Worte: „Überall, wo wir hinkamen, war so viel Unterstützung. Ich habe Menschen leiden sehen. Neulich sind fast dreitausend Fans mit nach Argentinien gereist. Das wird manchmal nicht wertgeschätzt, aber ich danke ihnen von Herzen.“

Was kommt: Fluminense

Mit diesem historischen Erfolg trifft Platense im Viertelfinale auf Fluminense. Das Hinspiel findet im Maracaná statt, das Rückspiel in Vicente López – die genauen Termine gibt die CONMEBOL noch bekannt. Es ist das erste Mal, dass der Calamar eine so weite Runde im wichtigsten südamerikanischen Vereinswettbewerb erreicht.

Zuvor steht für Palermos Team ein Ligaspiel an: Am Sonntag, den 23. August, empfängt Platense Barracas Central im Rahmen des Torneo Clausura.