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IWF-Chefin Kristalina Georgieva tanzt Tango mit Mora Godoy in Buenos Aires

30/07/2026 15:32 - Economia

Ein Tango für die IWF-Chefin

Der Besuch der IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in Argentinien hinterließ ein unerwartetes Bild abseits ihres vollen offiziellen Terminkalenders. Bevor sie ihre Reise durch die Region fortsetzte, nahm sich die bulgarische Ökonomin Zeit, um mit der renommierten Tänzerin und Choreografin Mora Godoy ein paar Tangoschritte zu lernen.

Der IWF selbst kontaktierte Godoys Team, um eine private Vorführung und einen persönlichen Unterricht zu organisieren. Die Künstlerin berichtete, dass ihre Produktionsleiterin beim ersten Anruf dachte, es sei ein Scherz, und auflegte. Nach Bestätigung der Echtheit wurde eine exklusive Veranstaltung in Casa Mora vorbereitet, Godoys Veranstaltungsort in Buenos Aires.

Das Treffen fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und Diskretion statt. Georgieva kam mit einer Begleitung von 12 bis 14 Personen, darunter eine Dolmetscherin. Zehn Mitglieder von Godoys Kompanie gaben eine spezielle Vorstellung für die Delegation. Nach der Show bat die IWF-Chefin darum, weiterzuüben. „Sie lernte in 10 Minuten vier Tangofiguren“, erklärte Godoy gegenüber Infobae und betonte, dass Georgievas Eltern ebenfalls den Tanz liebten. Die Funktionärin teilte den Moment auf Instagram mit den Worten: „Ich konnte Argentinien nicht verlassen, ohne Tango zu probieren! Sie haben es viel einfacher aussehen lassen, als es wirklich ist.“

Ein Gespräch unter Frauen: soziale Realität und Führung

Die Verbindung zwischen beiden beschränkte sich nicht auf den Tanz. Während des Abends führten Godoy und Georgieva ein tiefgründiges Gespräch über Politik, Wirtschaft und die Herausforderungen von Frauen in Führungspositionen. Sie waren sich einig, dass es dreimal so viel Anstrengung erfordert, um herausragende Positionen zu erreichen wie für Männer.

Die Tänzerin erzählte der Ökonomin ihre Lebensgeschichte – von der Arbeiterin bis zur Universitätsausbildung dank öffentlicher Bildung – und vermittelte ihre Sicht auf die aktuelle Lage des Landes. „Ein Teil der Gesellschaft braucht sofortige Aufmerksamkeit, nicht langfristig“, betonte Godoy, die dankbar war, dass der IWF öffentlich die Bedeutung höherer Löhne in Argentinien anerkannt habe. Sie stellte auch ihr kostenloses Stipendienprogramm vor, das sie gemeinsam mit der Fundación Banco Provincia durchführt.

Als Abschiedsgeschenk überreichte Godoy ihr ein Notizbuch aus ihrer Produktlinie und erzählte von ihrem nächsten Projekt: der Eröffnung von Bar Mora Godoy, einem Themen-Café in San Telmo, das für Ende des Jahres geplant ist. Georgieva versprach, wiederzukommen und zur Einweihung eingeladen zu werden.

Wirtschaftlicher Ausblick: ein „viel solideres“ Land

Auf der institutionellen Ebene umfasste Georgievas Besuch Treffen mit Präsident Javier Milei, Wirtschaftsminister Luis Caputo und dem Chef der Zentralbank, Santiago Bausili. In einer Pressekonferenz betonte die IWF-Chefin, dass die argentinische Wirtschaft „ein viel solideres Bild“ als 2023 zeige, nachdem die Inflation von 210 % auf etwa 30 % gefallen sei, das Defizit in einen Primärüberschuss umgewandelt wurde und die Zentralbank Reserven in Höhe von rund 13 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr angehäuft habe.

Georgieva sagte, Argentinien sei „auf dem richtigen Weg“ und sehe keine Notwendigkeit für neue Finanzierungsauszahlungen des IWF, trotz ausstehender Verbindlichkeiten von rund 58 Milliarden US-Dollar. Sie betonte jedoch die Bedeutung einer Ausweitung der Kredite für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), damit die Erholung gerechter verlaufe. In privaten Gesprächen äußerte sie auch Besorgnis über den Wechselkurs und fragte ihre Gesprächspartner, wie sie den Dollar an der Obergrenze der Bandbreite (1.842 Pesos) sähen, und erinnerte an die Erfahrung der Konvertibilität in den 1990er Jahren. Der offizielle Großhandelsdollar schloss am Mittwoch bei 1.496 Pesos, 23 % unter der Obergrenze.

Vor ihrer Abreise besuchte die IWF-Direktorin auch das Megafeld Vaca Muerta zusammen mit Caputo und dem CEO von YPF, Horacio Marín, wo sie einen Rekord bei der Öl- und Gasproduktion miterlebte. Den Abschluss ihrer Agenda bildete ein Abendessen im Palacio Duhau mit zehn Vertretern des Privatsektors, organisiert vom lokalen IWF-Büro ohne nationale Funktionäre, um die unternehmerische Sicht auf den wirtschaftlichen Kurs des Landes zu hören.

Quellen: Infobae, TN, La Nación, Ámbito.

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