Ein Bericht des ITBA zeigt: Die Zahl der Argentinier mit formellem Kreditzugang stieg in zwei Jahren von 16 auf 21 Millionen – angetrieben von Fintechs. Fast 40% der Kredite an Familien laufen über digitale Plattformen. Die operative Zahlungsverzögerung liegt stabil bei 23%, doch die Regierung lehnt staatliche Eingriffe zur Umschuldung ab.

Der Aufstieg des Fintech-Kredits in Argentinien

Laut einem Bericht des Instituto Tecnológico de Buenos Aires (ITBA) ist die Zahl der Menschen mit Zugang zu formellen Krediten in den letzten zwei Jahren von 16 Millionen auf über 21 Millionen gestiegen. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich durch den Fintech-Sektor angetrieben, der von 3,7 Millionen auf über 8 Millionen Nutzer mit mindestens einem laufenden Kredit anwuchs.

Damit erhalten fast 40% derjenigen, die formelle Finanzierungen bekommen, diese über digitale Plattformen – mit kleineren Kreditbeträgen und für Risikoprofile, die das traditionelle Bankensystem oft ausschließt, wie informell Beschäftigte oder Monotributistas (Kleinunternehmer mit Pauschalsteuer) ohne Vorgeschichte in der Schuldnerzentrale.

Die Lage bei Zahlungsverzögerungen

Der Vormarsch der Fintechs brachte auch einen Anstieg der Kredite mit Zahlungsrückständen mit sich – etwa 30% des gesamten Portfolios. Die operative Verzögerung (Verzögerungen zwischen 30 und 360 Tagen) bleibt jedoch stabil bei rund 23%, wobei sich das Wachstumstempo seit November 2025 verlangsamt hat.

Die Haltung der Zentralbank (BCRA): Der Präsident der Zentralbank, Santiago Bausili, betonte, dass Zahlungsverzögerungen ein Problem zwischen Privaten seien und der Staat nicht eingreifen dürfe, um moralisches Risiko zu vermeiden. Präsident Javier Milei ergänzte, niemand habe den Kreditnehmern eine Pistole auf die Brust gesetzt, die heute ihre Kredite nicht zurückzahlen können.

Die Auswirkung von Steuern auf die Finanzierungskosten

Die Beratungsfirma Econométrica hob hervor, dass Steuern – hauptsächlich Mehrwertsteuer (IVA) und die Provinzumsatzsteuer (Ingresos Brutos) – die effektiven jährlichen Finanzierungskosten um mehr als 43 Prozentpunkte erhöhen: von 79% auf 122,7%. Das Ieral der Fundación Mediterránea betonte, dass ein wesentlicher Teil der Zinsen auf Steuern zurückzuführen ist und nicht auf Refinanzierungskosten oder finanzielles Risiko.

Trotz der aktuellen Herausforderungen ist die Ausweitung des formellen Kreditzugangs für historisch ausgeschlossene Sektoren ein wichtiger Schritt zur finanziellen Inklusion. Mit Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung hat das argentinische Finanzsystem das Potenzial, weiter zu wachsen und den Konsum sowie die Investitionen der Familien zu erleichtern.

Quelle: Infobae

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