Die Banco Central de la República Argentina (BCRA) – die Zentralbank Argentiniens – veröffentlichte am Freitag, 21. August 2026 den Bankenbericht für den Monat Juni 2026. Dieses Dokument analysiert monatlich die Lage des argentinischen Finanzsystems. In dieser Ausgabe wird ein allgemeines Wachstum der Kredite an den privaten Sektor in nationaler und ausländischer Währung sowie ein Rückgang der Ausfallquote hervorgehoben.
Kredite in Pesos und Fremdwährung: anhaltendes Wachstum
Im Juni wuchs das reale Kreditvolumen an den privaten Sektor in Pesos um 1,7 % gegenüber Mai, die reale Jahresveränderung beträgt 2,6 %. Laut Bericht ist die Zunahme breit angelegt und besonders bei Handelskrediten zu beobachten.
Die Finanzierung an den privaten Sektor in ausländischer Währung stieg um 4,6 % im Monat (in Ursprungswährung), mit einem Plus von 53,2 % im Jahresvergleich. Über alle Währungen hinweg erhöhte sich das reale Kreditvolumen an den privaten Sektor im Monatsvergleich um 3,1 %, im Jahresvergleich um 10,1 %.
Einlagen: Sichteinlagen treiben den Peso
Unter dem Einfluss saisonaler Faktoren nahmen die realen Einlagen des privaten Sektors in Pesos um 3,9 % im Juni zu, die Jahresveränderung blieb jedoch leicht negativ bei -1,2 %. Dies wurde hauptsächlich durch die Entwicklung der Sichteinlagen erklärt. Die Einlagen in ausländischer Währung wuchsen um 1,1 % zwischen den Monatsenden (27,4 % interannual).
Ausfallquote und Deckung: Risikoentschädrung
Die Ausfallquote der Kredite an den privaten Sektor (der Anteil, der nicht fristgerecht gezahlt wird) fiel im Juni auf 7,6 % (-0,1 Prozentpunkte). Die Ausfallquote der Finanzierungen an Familien lag bei 12,8 %, die für Unternehmen bei 3,5 %. Die geschätzte Ausfallwahrscheinlichkeit (PDE) für die gesamte Kreditsumme fiel auf 2,6 %.
Liquidität und Solvenz: Solide Bilanz
Das Finanzsystem endete das erste Halbjahr mit ausreichenden Liquiditätspuffern. Im Juni entsprachen die Verfügbarkeiten in Pesos 12,7 % der Einlagen dieser Währung – ein Zuwachs von +0,8 Prozentpunkte. Der Indikator, der auch Staatsanleihen zur Minimalkassenanrechnung und operativer Nettoeinnahmen ausgewertet, erreichte 34 % der Pesoslagen (+1,4 Prozentpunkte).
Die Liquidität in ausländischer Währung betrug 48,6 % der Einlagen ( -2,3 Prozentpunkte). Im Bereich der Solvabilität erreichte die Kapitalintegration (RPC) 29,8 % der risikogewichteten Aktiven (APR) im Juni, mit einem Überschuss von 269 % des aufsichtsrechtlichen Mindestkapitals. Zudem verbesserte sich die Rentabilität des Finanzsystems im zweiten Quartal 2026: Die annualisierte ROA erreichte 2,5 %.
Der vollständige Bericht sowie die Normen und ein Anhang sind auf der BCRA-Website erhältlich. Die Zentralbank Argentiniens ist die Behörde für Geldwertstabilität und Bankenregulierung und bietet keine Bankdienstleistungen für die breite Öffentlichkeit an.