Ein Urteil mit Signalwirkung
Der Bundesrichter Lewis J. Liman vom Bezirksgericht für den südlichen Distrikt von New York (Manhattan) hat entschieden, dass Justin Baldoni an Blake Lively 363.245,40 US-Dollar Anwaltshonorare und 44.206,35 US-Dollar Prozesskosten zahlen muss – insgesamt rund 407.451,75 US-Dollar.
Das Rechtsteam von Lively hatte ursprünglich 8.035.040,88 US-Dollar gefordert. Die Reduzierung wurde mit der kalifornischen Sektion 47.1 begründet – einem Gesetz, das die Höhe der Honorare in Fällen sexueller Belästigung begrenzt.
Der Hintergrund des Streits
Der Rechtsstreit begann 2024, als Lively Baldoni wegen sexueller Belästigung, Vergeltungsmaßnahmen, Vertragsverletzung und einer Verleumdungskampagne während der Dreharbeiten und der Promotion des Films It Ends With Us verklagte – basierend auf dem Erfolgsroman von Colleen Hoover.
Baldoni und die Wayfarer Studios reichten eine Gegenklage über 400 Millionen US-Dollar gegen Lively und ihren Ehemann Ryan Reynolds ein – das Gericht hat diese Klage abgewiesen und sie als Versuch eingestuft, die Schauspielerin zum Schweigen zu bringen.
Im Januar 2026 wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt, zwei Wochen vor Beginn des geplanten Verfahrens. Der Richter ordnete jedoch weiterhin die Kostenberechnung für diesen speziellen Punkt an.
Was die Beteiligten sagen
Bryan Freedman, Anwalt von Baldoni, erklärte, er respektiere das Gesetz, halte die Anwendung der Norm in diesem Fall jedoch für nicht im Sinne des Erfinders. Er bezeichnete die Entscheidung als Teilsieg, da die Summe deutlich unter der Forderung blieb.
Auf der anderen Seite betonten Livelys Anwälte Esra Hudson und Michael Gottlieb, dass das Urteil historisch sei – ein klares Signal, dass Vergeltungsklagen gegen Opfer sexueller Gewalt finanzielle Konsequenzen haben.
Zahlen und Fakten zum Fall
| Anwaltshonorare | 363.245,40 USD |
| Weitere Kosten | 44.206,35 USD |
| Gesamtbetrag | 407.451,15 USD |
| Ursprüngliche Forderung | ~8 Millionen USD |
| Abgewiesene Gegenklage | 400 Millionen USD |
| Rechtsgrundlage | Sektion 47.1 (Kalifornien) |
Hintergrund: Der Richter Liman wendete die kalifornische Norm an, die in Fällen von sexueller Belästigung nur die Abwehrkosten gegen Verleumdungsklagen abdeckt – nicht die Anwaltskosten für den gesamten Prozess. Bekannt wurde zudem: Livelys Anwalt Michael Gottlieb verlangt normalerweise 2.795 USD/Stunde, für diesen Fall nahm er 2.187 USD/Stunde und arbeitete dabei 224 Stunden.