Der Bundesprozess gegen Rapper Lil Durk wegen Auftragsmordes hat in Los Angeles begonnen – mit erschütternden Zeugenaussagen, unveröffentlichten Videos und einem Kronzeugen, der seine Beteiligung gestand. Die Anklage zeichnet das Bild eines von Rache zerfressenen Mannes, während die Verteidigung auf einen anderen Drahtzieher verweist.

Der Prozess gegen den Rapper Lil Durk (bürgerlich Durk Banks) wegen mutmaßlichen Auftragsmordes an einem Rivalen hat die Hip-Hop-Welt in den Bann gezogen. Die erste Verhandlungswoche vor dem Bundesgericht in Los Angeles brachte erschütternde Bilder, aufschlussreiche Textnachrichten und einen Zeugen, der seine Beteiligung an dem Anschlag zugab. Das Verfahren, das am Montag, dem 24. August, begann, wird voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern.

Der Fall: Eine Rache, die in einer Tragödie endete

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Lil Durk Mitgliedern seines Kollektivs OTF (Only The Family) den Auftrag gegeben haben, den Rapper Quando Rondo zu töten – als Vergeltung für die Ermordung von King Von im Jahr 2020. Der Anschlag ereignete sich 2022 an einer Tankstelle in Los Angeles: Rondo wurde angeschossen, überlebte jedoch, während Lul Pab, ein Begleiter, im Kugelhagel starb.

Der Staatsanwalt Daniel Weiner beschrieb Durk als jemanden, der „von Rache zerfressen“ sei und die Reise von Komplizen aus Chicago nach Los Angeles organisiert habe, um Rondo zu „verfolgen, aufzuspüren, zu jagen und zu töten“. Die Verteidigung unter der Leitung von Marissa Goldberg argumentiert dagegen, dass Durk nichts mit der Schießerei zu tun habe und der wahre Drahtzieher Kavon „Vonnie“ Grant sei, ein Schütze, der inzwischen als Kronzeuge der Regierung aussagt.

Beweise, die erschüttern: Videos und Nachrichten

In der ersten Woche sah die Jury ein Überwachungsvideo eines In-N-Out-Burger-Restaurants (vorgeführt am Dienstag, 25. August), auf dem die mutmaßlichen Schützen nach dem Anschlag „scherzten“. Außerdem wurden Textnachrichten gezeigt, die Durk nach King Vons Tod verschickt hatte: „Ich muss alles für ihn tun“, „Das kann ich nicht durchgehen lassen“ und „Sein Tod macht mich zu einem anderen Tier“.

Einer der emotionalsten Momente war die Vorführung eines unveröffentlichten Musikvideos von 2021 für den Song „Redman“ (gezeigt am Mittwoch, 26. August), in dem Durk auf ein Rondo-Double schießt. Die Staatsanwaltschaft präsentierte es als Beleg für die Besessenheit des Rappers von seinem Rivalen.

Der Kronzeuge: Kacey „OTF Jam“ Hester

Das ehemalige OTF-Mitglied und mutmaßliche Schütze Kacey „OTF Jam“ Hester sagte aus, dass es ihm leidtue, an der Tötung eines „Unschuldigen“ beteiligt gewesen zu sein, und bezeichnete die Aktion als „pfuschig“. Laut seiner Aussage hatte Durk eine hohe Belohnung in bar versprochen, die jedoch nie ausgezahlt wurde; Hester erhielt lediglich 10.000 Dollar für die Aufnahme eines Songs mit ihm. Hester wurde 2023 nach seiner Verhaftung wegen Waffenbesitzes zum Informanten und schrieb der Polizei: „Ich weiß über Morde Bescheid.“

Im Kreuzverhör versuchte die Verteidigung unter Brian Steel, seine Glaubwürdigkeit zu erschüttern, indem sie andeutete, seine Geschichte habe sich „dramatisch“ verändert und er lüge, um eine mildere Strafe zu bekommen.

Ein Prozess mit medialer Aufmerksamkeit

Der Fall zieht Prominente an: Ye (Kanye West) und mgk wurden im Publikum gesichtet. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt und dürfte noch mehrere Wochen dauern, mit weiteren Zeugen und Beweisen, die über die Zukunft einer der einflussreichsten Figuren des heutigen Rap entscheiden könnten.

Quelle: Billboard