Eine Partynacht, die in einer Berghütte endete

Die Geschichte, die Chile in Atem hielt, begann in den frühen Morgenstunden des 16. Juli 2026. Drei Personen verließen den Club Terrazielo in der Gemeinde Peñalolén in Santiago und beschlossen, über 100 Kilometer zu den Termas del Valle de Colina im Cajón del Maipo zu fahren, um die Party fortzusetzen.

Bei den Beteiligten handelt es sich um Manuel Orellana, genannt „El Chino“ (32 Jahre), Martina Núñez (22) und Magdalena Retamal (31). Die Fahrt erfolgte in einem Fahrzeug, das kein Allradantrieb hatte und laut lokalen Medien eine Pfändungsanordnung wegen ausstehender Raten aufwies. Das Abenteuer fiel mit dem Beginn einer heftigen Kaltfront zusammen, die intensive Schneefälle in den Anden auslöste und die drei jungen Leute in den Bergen isolierte.

Sechs Tage Überleben und eine Rettung per Helikopter

Die Gruppe überlebte, indem sie sich in einer Hütte auf dem Gelände der Termas del Valle de Colina verschanzte, die Hernán Covarrubias gehört. Die Unterkunft war mit Vorräten für einen Monat ausgestattet: Konserven, Betten, Decken, warme Kleidung und eine voll ausgestattete Küche. Nach der Rettung veröffentlichte Bilder zeigten Weinflaschen, Pisco, Bierdosen und verzehrte Lebensmittel aus den sechs Tagen der Isolation.

Am 22. Juli 2026 wurden die drei nach einer groß angelegten gemeinsamen Aktion von Carabineros, der Polizei (PDI), der Armee, der Feuerwehr, der Bergrettung Socorro Andino und der Katastrophenschutzbehörde Senapred lebend gefunden. Hauptmann Matías Zagal erklärte, dass sie bei einem Überflug Bewegungen in der Nähe der Hütte entdeckten. Orellana kam heraus und winkte dem Hubschrauber zu, was die Landung und Evakuierung ermöglichte. Alle drei wurden unverletzt und bei guter Gesundheit ins Tal gebracht.

Der Skandal und die millionenschweren Kosten der Rettung

Die Beziehung zwischen den Geretteten wurde schnell zum Hauptthema der Debatte in Chile. Es stellte sich heraus, dass die beiden Frauen als Vorschullehrerinnen des Sohnes von Orellana arbeiteten. Obwohl zunächst eine Entführung vermutet wurde, schloss Orellanas Ehefrau diese Theorie aus und bestätigte, dass sie sich bereits kannten.

Die Unvorsichtigkeit der Reise hatte jedoch einen hohen Preis. Nach Schätzungen von Felipe Armijo, Direktor für öffentliche Sicherheit der Gemeinde San José de Maipo, und des Akademikers Alfonso Kaiser von der Universidad de los Andes kostete der Rettungseinsatz den chilenischen Staat zwischen 100 und 200 Millionen chilenischen Pesos (etwa 107.000 bis 214.000 US-Dollar). Diese Summe umfasst den Einsatz von Hubschraubern, Spezialpersonal und Logistik über sechs Tage.