FIFA untersucht AFA und Spieler nach WM-Endspiel 2026

Veröffentlicht am 29. Juli 2026

Nach dem Ende der Weltmeisterschaft 2026, bei der sich Spanien durch einen Sieg gegen Argentinien den Titel holte, hat die Disziplinarkommission der FIFA ein formelles Verfahren gegen die Asociación del Fútbol Argentino (AFA) sowie mehrere ihrer Mitglieder eröffnet. Die Untersuchung soll mögliche Verstöße gegen das Disziplinarrecht klären, die während des Halbfinals gegen England und des Endspiels gegen Spanien aufgetreten sind.

Der Fall der Malwinen-Flagge

Ein zentraler Punkt der Untersuchung gegen die AFA ist das Zeigen einer Flagge mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malwinen sind argentinisch“) nach dem 2:1-Sieg gegen England im Halbfinale. Die Spieler Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso hielten die Flagge hoch, obwohl die argentinische Regierung über Sicherheitsministerin Alejandra Monteoliva ausdrücklich darum gebeten hatte, keine politischen Symbole ins Stadion zu bringen.

Laut Berichten von Ámbito und Infobae könnte die AFA gegen die Artikel 13, 14, 15 und 17 des FIFA-Disziplinarreglements verstoßen haben. Diese betreffen unter anderem die Nutzung von Sportereignissen für nicht-sportliche Kundgebungen, unangemessenes Verhalten, Diskriminierung und Sicherheit in Stadien.

Es gibt einen klaren Präzedenzfall: Bereits bei der WM 2014 wurde die AFA von der FIFA wegen eines ähnlichen Vorfalls mit der Malwinen-Flagge mit einer Geldstrafe belegt. Mögliche Sanktionen reichen von Geldbußen zwischen 5.000 und 20.000 US-Dollar bis hin zur Anordnung von Geisterspielen.

Einzelverfahren wegen der Schlägerei im Finale

Neben dem Verfahren gegen den Verband hat die FIFA auch individuelle Ermittlungen wegen der Ausschreitungen nach dem Abpfiff des Endspiels gegen Spanien eingeleitet. Beschuldigt werden Leandro Paredes, Nahuel Molina, Thiago Almada, der Co-Trainer Roberto Ayala sowie der spanische Spieler Gavi.

  • Leandro Paredes: 3 Anklagepunkte wegen mutmaßlicher Tätlichkeit (Art. 14.1.i) nach einem Zusammenstoß mit Gavi.
  • Nahuel Molina: 2 Anklagepunkte wegen Tätlichkeit (eine vollendet, eine versucht) im Konflikt mit Rodri, sowie 1 Punkt wegen unsportlichen Verhaltens (Art. 14.1.b).
  • Roberto Ayala: 1 Anklagepunkt wegen mutmaßlicher Tätlichkeit nach einer Auseinandersetzung mit Dani Olmo.
  • Thiago Almada und Gavi: Jeweils 1 Anklagepunkt wegen unsportlichen Verhaltens.

Wie geht es weiter?

Die Eröffnung dieser Verfahren bedeutet nicht automatisch eine Bestrafung. Gemäß dem Disziplinarreglement haben die Beschuldigten und die AFA die Möglichkeit, Stellungnahmen einzureichen und ihre Sichtweise darzulegen. Nach Prüfung der Beweise wird die Kommission eine Entscheidung fällen. Es wird erwartet, dass mögliche Sanktionen – wie Sperren von 1 bis 3 Spielen oder Geldstrafen – im Rahmen der argentinischen Nationalmannschaft verhängt werden, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Länderspiele im September 2026.