Mehr russische Aktivität in britischen Gewässern
Veröffentlicht am 8. August 2026, basierend auf einem Bericht von The Guardian.
Die britische Royal Navy hat eine deutliche Zunahme der russischen Marineaktivitäten rund um das Vereinigte Königreich festgestellt. Im Juli 2026 stieg der Überwachungsaufwand um 25 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 21 Tage damit verbracht, russische Schiffe in der Straße von Dover und in der Nordsee zu verfolgen.
Um dieser Bedrohung zu begegnen, setzte das Vereinigte Königreich Patrouillenboote wie die HMS Tyne, HMS Mersey und HMS Severn ein, unterstützt durch Wildcat-Hubschrauber des 815 Naval Air Squadron und Merlin-Flugzeuge zur U-Boot-Jagd. Zu den überwachten russischen Schiffen gehörten die Fregatten Neustraschimy und Admiral Grigorowitsch.
Was ist die „Schattenflotte“?
Der Begriff „Schattenflotte“ (englisch shadow fleet) bezeichnet eine Gruppe alternder Tanker, die Wladimir Putin nutzt, um die internationalen Sanktionen gegen russisches Öl zu umgehen. Ziel dieser Flotte ist es, weiterhin Rohöl zu exportieren und so den Krieg in der Ukraine zu finanzieren. Im Juni 2026 gelang es britischen Marinesoldaten erstmals, das Schiff Smyrtos zu entern – ein direkter Zugriff auf ein Schiff dieser Flotte.
Die Rolle der NATO und des Nordatlantiks
Die britischen Bemühungen beschränken sich nicht nur auf die eigenen Gewässer. Die Fregatte HMS Somerset war an einem viermonatigen Einsatz im Nordatlantik unter dem Kommando der NATO beteiligt, mit dem Schwerpunkt auf der Suche nach U-Booten. Der Kommandant der Somerset, Matt Millyard, zeigte sich stolz auf die Mission und betonte, dass sie die Arbeit der Royal Navy demonstriere: „das Vereinigte Königreich und unsere Verbündeten zu schützen, wo auch immer unsere Interessen bedroht sind“.
Wichtige Zahlen und Fakten zum maritimen Konflikt
- Das britische Verteidigungsministerium (MoD) meldete, dass die Schiffe der Royal Navy im Zeitraum bis März 2026 insgesamt 116 Mal aktiviert wurden, um 61 russische Kriegsschiffe und 28 Handelsschiffe zu überwachen.
- Dies entspricht einem Anstieg der russischen Marineaktivität um 30 % in den letzten zwei Jahren.
- Auch das Spionageschiff Jantar, das im November 2025 in der Nähe von Unterwasserkabeln vor Schottland gesichtet wurde, war Ziel von Abschreckungsmaßnahmen.
- Das Vereinigte Königreich hat mehr als 500 Schiffe sanktioniert. Infolgedessen sanken die russischen Öl- und Gaseinnahmen im Jahr 2025 um 24 % im Jahresvergleich.
- Am 20. Juli 2026 überwachte die HMS Tyne die Neustraschimy während eines Schießtrainings außerhalb britischer und französischer Gewässer.
Positive Auswirkungen der Maßnahmen
Trotz der Zunahme russischer Aktivitäten haben die intensiven Patrouillen und die internationale Zusammenarbeit die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kremls erheblich geschwächt. Die Sanktionen und die Umleitung russischer Schiffe zum Geleitschutz der Schattenflotte bedeuten, dass Russland laut MoD „seine wertvolle operative Kapazität zur Bewachung von Fracht aufbraucht“.