Bei einem neuen Angriff der Ukraine auf russisches Territorium sind in Nizhnekamsk in Tatarstan mindestens 13 Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Die Drohnen trafen die Raffinerie TANECO und die petrochemische Anlage Nizhnekamskneftekhim. Russland meldet den Abschuss von 456 Drohnen. Auch ukrainische Städte wurden erneut bombardiert. Die Angriffe zeigen, dass der Konflikt immer tiefer in das russische Hinterland vordringt. Die Türkei fordert eine Feuerpause im Schwarzen Meer.

Ein strategischer Schlag ins Herz Russlands

Nach Angaben lokaler russischer Behörden und internationaler Medien hat die Ukraine am 10. August 2026 die Stadt Nizhnekamsk in der Republik Tatarstan angegriffen, mehr als 1.000 Kilometer östlich von Moskau. Der Drohnenangriff forderte mindestens 13 Todesopfer, darunter ein Kind, und verletzte je nach Quelle 39 bis 75 Menschen. Dieser Angriff gilt als der tödlichste auf russischem Boden seit über zwei Jahren.

Das Ziel: TANECO und die petrochemische Infrastruktur

Die Drohnen trafen Industrieanlagen von großer strategischer Bedeutung: die Raffinerie TANECO (Teil der Tatneft-Gruppe) und die petrochemische Fabrik Nizhnekamskneftekhim (zu SIBUR gehörend). Letztere ist ein Industriegigant, der 42 % des weltweiten synthetischen Isoprenkautschuks und 17 % des Butylkautschuks produziert – Materialien, die für die Reifenherstellung und viele andere Industriezweige unverzichtbar sind.

In den sozialen Medien kursierten geolokalisierte Videos, die dichte Rauchsäulen über den Raffinerien zeigen. Der Bürgermeister von Nizhnekamsk, Radmir Beljajew, bestätigte die Einschläge. Der Präsident von Tatarstan, Rustam Minnichanow, rief für die Region eine Trauerzeit aus.

Auswirkungen auf die russische Ölraffinerie

Laut EA Analytics, zitiert von internationalen Medien, fiel die russische Raffineriekapazität im Juli auf 3,6 Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Stand seit 2002. Dies zeigt die kumulative Wirkung der ukrainischen Angriffe.

Russlands Antwort

Das russische Verteidigungsministerium gab an, in der Nacht 456 Drohnen über 16 Regionen abgefangen zu haben, darunter Moskau, Rostow, Samara, Saratow und die besetzte Krim.

Kreuzfeuer: Angriffe auf beiden Seiten

Der Abnutzungskrieg findet auch an den Grenzen statt. Während die Ukraine das russische Hinterland traf, bombardierten russische Streitkräfte ukrainische Städte:

  • Charkiw: Russische Raketen trafen ein Hochhaus, 2 Tote und 13 Verletzte.
  • Odessa: Raketen- und Drohnenangriffe verletzten 8 Menschen und beschädigten die Hafeninfrastruktur.
  • Belgorod (Russland): Ukrainische Drohnen töteten in den letzten 24 Stunden 4 Menschen in dieser Grenzregion und beschädigten 29 Gebäude.

Internationale Spannungen und das Schwarze Meer

Der Konflikt droht sich auszuweiten. Bulgarien bestellte den ukrainischen Botschafter ein, nachdem eine Drohne in den bulgarischen Luftraum eingedrungen war und in der Nähe einer Gaspipeline explodierte, ohne Verletzte zu verursachen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan forderte beide Länder auf, eine Moratorium einzuhalten, um Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer zu stoppen und den neutralen Seehandel zu schützen.