Der britische Premierminister Andy Burnham leitete am 12. August 2026 ein Notfalltreffen des Cobra-Ausschusses aufgrund der extremen Hitzewelle. Es wurden 1.017 Waldbrände registriert. Die Hitze kostete die Wirtschaft 4,4 Milliarden Pfund, und der NHS bereitet sich auf eine Sommerkrise vor, nach 2.800 Hitzetoten im Mai und Juni.

Großbritannien steht vor einer historischen Hitzewelle und Brandkrise

Wie The Guardian berichtet, leitete der britische Premierminister Andy Burnham am 12. August 2026 ein Notfalltreffen des Cobra-Ausschusses als Reaktion auf ein außergewöhnlich heißes und trockenes Klima.

Burnham forderte 'alle Einzelhändler, große und kleine' auf, den Verkauf von Einweggrills (in Großbritannien sehr beliebt für Picknicks) einzustellen, um weitere Waldbrände in diesem Sommer zu verhindern. Die meisten Supermärkte hatten den Verkauf bereits im Einklang mit der freiwilligen Richtlinie des Nationalen Rates der Feuerwehrchefs (NFCC) ausgesetzt.

Der Cobra-Ausschuss ist der Notfallreaktionsmechanismus der britischen Regierung, der einberufen wird, um Maßnahmen bei größeren Krisen zu koordinieren.

Rekord bei Waldbränden und extremen Temperaturen

In diesem Jahr wurden in England und Wales 1.017 Waldbrände registriert, was dem Rekordstand von 2025 entspricht. Die Temperaturen könnten in einigen Teilen Englands am Donnerstag bis zu 38°C erreichen.

Baroness Brown, Vorsitzende des Beratenden Ausschusses für Klimawandel, warnte, dass sich die Situation 'von hier an verschlechtern wird', bis Netto-Null-Emissionen erreicht sind. Sie drängte die Regierung, Krankenhäuser und Schulen mit Klimaanlagen auszustatten.

Wirtschaftliche Auswirkungen und gesundheitliche Vorbereitung

Einem Bericht der Denkfabrik Verdant zufolge haben die Hitzewellen von Mai bis Juli die britische Wirtschaft durch Produktionsausfälle mehr als 4,4 Milliarden Pfund Sterling gekostet.

Die Gesundheitsministerin Yvette Cooper teilte mit, dass die Hitzewellen im Mai und Juni etwa 2.800 zusätzliche Todesfälle verursacht haben. Der NHS (National Health Service, das staatliche Gesundheitssystem des Landes) soll nun Sommerpläne erstellen, ähnlich wie im Winter, und einen Teil der 6,75 Milliarden Pfund für Gebäudeverbesserungen in Kühlsysteme investieren.

Weitere politische Ereignisse des Tages

  • Beerdigung von Ann Widdecombe: Etwa 100 Menschen nahmen an der Beerdigung der ehemaligen konservativen Ministerin teil, die am 8. Juli 2026 im Alter von 78 Jahren ermordet wurde. Der Gottesdienst fand in der Buckfast Abbey in Devon statt.
  • Wahlen in Clacton: Nigel Farage (Reform UK, eine rechte populistische Partei) wird morgen bei einer Nachwahl seine Wiederwahl anstreben, wobei er auf kuriose Kandidaten wie Count Binface (ein bekannter Satire-Kandidat in Großbritannien) trifft.
  • Null-Stunden-Verträge: Eine Regierungsanalyse geht davon aus, dass ein Verbot dieser flexiblen Arbeitsverträge (bei denen keine garantierten Arbeitsstunden vereinbart sind) die Arbeitgeber zwischen 350 Millionen und 2,9 Milliarden Pfund Sterling pro Jahr kosten könnte.
  • Gewerkschaftswahl: Sharon Graham wurde mit 69 % der Stimmen als Generalsekretärin der Gewerkschaft Unite (einer der größten Gewerkschaften des Landes) wiedergewählt.