Premierminister Andy Burnham leitete eine Notfallsitzung des Cobra-Ausschusses angesichts der fünften Hitzewelle des Sommers mit Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius und beispiellosen Bränden. Experten warnen vor der Verletzlichkeit von Kindern und Babys und geben lebenswichtige Richtlinien.

Großbritannien vor dem wärmsten Sommer der Geschichte

Basierend auf Berichten von The Guardian und The Guardian Environment.

Am Mittwoch, den 12. August 2026, leitete der britische Premierminister Andy Burnham eine Notfallsitzung des Regierungsstabes Cobra (Cabinet Office Briefing Room A, die britische Krisenbewältigungsstelle), um die extreme Trockenheit und die hohen Temperaturen im Land zu bewältigen. Dies ist die zweite Sitzung dieser Art in diesem Jahr und findet inmitten der fünften Hitzewelle des britischen Sommers statt.

Der Meteorological Office (Met Office, der nationale Wetterdienst des Vereinigten Königreichs) meldete, dass das Land einen neuen historischen Rekord erreichte: 35 Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius im bisherigen Jahr, was den bisherigen Rekord von 34 Tagen aus dem Jahr 1995 übertraf. Für Mittwoch wurden 33 Grad Celsius und für Donnerstag bis zu 38 Grad Celsius prognostiziert.

Waldbrände und weit verbreitete Dürre

Die Fire Brigades Union (FBU, die Gewerkschaft der Feuerwehr) warnte vor einem beispiellosen Sommer mit volatilen Bränden. Laut dem National Fire Chiefs Council haben die Feuerwehren im Jahr 2026 auf mehr als 950 Waldbrände in England und Wales reagiert, davon 185 allein in den ersten 10 Tagen des Augusts und über 450 im Juli. Derzeit befinden sich fast drei Viertel Englands und ganz Wales im Dürrezustand.

Ein aufschlussreicher Datenpunkt über die institutionelle Herausforderung ist, dass nur 20 der 6.600 Mitarbeiter des Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra) speziell in der Klimaanpassung arbeiten.

So halten Sie Babys und Kinder während der Hitzewellen sicher

Mit steigenden Temperaturen veröffentlichte die britische Zeitung einen entscheidenden Leitfaden zum Schutz der Schwächsten. Kinder, insbesondere unter 5 Jahren, sind durch biologische Faktoren stärker gefährdet als Erwachsene.

Warum sind Kinder anfälliger?

  • Unreifer Hypothalam: Diese Gehirnregion fungiert als Thermostat des Körpers. Bei kleinen Kindern ist sie noch nicht vollständig entwickelt, weshalb sie weniger schwitzen und den Durst nicht rechtzeitig spüren.
  • Höhere Wärmeaufnahme: Ihre geringere physische Größe führt zu einem höheren Verhältnis von Körperoberfläche zu Masse als bei Erwachsenen, wodurch sie Wärme schneller aufnehmen.
  • Höhere metabolische Aktivität: Sie sind in der Regel körperlich aktiver und dosieren ihre Energie nicht, was mehr innere Wärme erzeugt.

Hitzerschöpfung vs. Hitzschlag

Wenn ein Kind zu lange in der Sonne ist, kann es an Hitzerschöpfung leiden: übermäßiges Schwitzen, blasse und feuchte Haut, Schwindel, Reizbarkeit, starker Durst, Krämpfe oder Übelkeit. In diesem Stadium ist es wichtig, das Kind in den Schatten zu bringen, es zu hydrieren und mit feuchten Tüchern abzukühlen.

Wird nicht gehandelt, kann dies zu einem Hitzschlag führen, einem schweren medizinischen Notfall. Symptome sind heiße, gerötete und trockene Haut, Verwirrtheit, Körpertemperatur über 40 Grad Celsius und möglicher Bewusstlosigkeit. Bei Babys erhöht Überhitzen das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS).

Empfehlungen von Experten

Dr. Jessica Mee, Expertin für Hitzephysiologie an der University of Worcester, schlägt vor: eine gute Flüssigkeitszufuhr aufrechterhalten, Pausen in kühlen und schattigen Bereichen fördern, Kinder in leichte und weite Kleidung kleiden und auf Anzeichen von Erschöpfung oder Schwindel achten.

Besondere Pflege für Babys
  • Sie benötigen zusätzliche Mahlzeiten mit Muttermilch oder Flaschennahrung.
  • Sie sollten nicht im Kinderwagen schlafen, da dieser heiß werden kann und Luftmangel herrschen kann.
  • Der NHS (National Health Service, der britische Gesundheitsdienst) empfiehlt, das Zimmer des Neugeborenen zwischen 16 Grad und 20 Grad Celsius zu halten.
  • Wenn ein Ventilator verwendet wird, richten Sie diesen nicht direkt auf das Baby; nutzen Sie ihn, um die Luft zirkulieren zu lassen. Wenn kein Ventilator vorhanden ist, verwenden Sie kühle, feuchte Tücher.

Während der Hitzewelle im Juni im Vereinigten Königreich lebte eines von sechs Babys in überhitzten Haushalten, was einige Eltern dazu veranlasste, Hotelzimmer mit Klimaanlage zu mieten, um ihre Kinder zu schützen.