Eine 'amazonische' Überraschung in den Gewässern Pennsylvanias
Seamus Coffey, ein 8-jähriger Junge, angelte zusammen mit seinem Vater Michael Barsch (eine in den USA sehr beliebte Fischart) in einem See in der Nähe von Philadelphia, Pennsylvania. Plötzlich spürte er einen starken Ruck an seiner Rute. Während er die Leine einholte, riet ihm sein Vater: 'Langsam, Junge, du könntest ihn verlieren.' Doch was sie aus dem Wasser zogen, war kein heimischer Fisch, sondern eine Rotbauch-Piranha mit ihren berüchtigten, mit scharfen Zähnen besetzten Kiefern.
Als sein Vater fragte, woher er wisse, dass es sich um eine Piranha handelt, antwortete Seamus mit strahlender Unschuld: 'Weil ich YouTube schaue!'. Die Pennsylvania Fish and Boat Commission (Staatliche Fischerei- und Bootsbehörde von Pennsylvania) bestätigte später die Artbestimmung.
Wie kam eine Piranha in die USA?
Biologen und Wildtierexperten gehen davon aus, dass dieser in Südamerika beheimatete Fisch aus dem Amazonasbecken in den Gewässern von Pennsylvania landete, weil er von jemandem freigelassen wurde, der ihn als exotisches Haustier hielt. Mike Parker, ein Sprecher der Behörde, erklärte gegenüber ABC, dass solche Handlungen verheerende Auswirkungen auf die heimische Tierwelt haben können und dem Tier selbst schaden.
'Es ist das Schlimmste, was man einem Tier antun kann, das ein Haustier war. Die Menschen werden schnell müde von der Verantwortung, die mit der Pflege dieser Arten verbunden ist, die ein spezielles Lebensumfeld, spezielles Futter und viel Pflege erfordern', erklärte Parker.
Wissenswertes für Deutschland
Pennsylvania liegt an der Ostküste der USA. Philadelphia ist dort eine der größten Städte, historisch bekannt durch die Unabhängigkeitserklärung der USA. Barsch ist dort ein sehr häufiger Speisefisch.
Das Ende der Geschichte
Zum Glück traf die Familie Coffey die richtige Entscheidung: Sie setzten die Piranha nicht wieder in den See aus, um zu verhindern, dass der Fisch sich vermehrt oder das lokale Ökosystem schädigt. Stattdessen wurde das Tier auf humane Weise eingeschläfert.
Rotbauch-Piranhas (Pygocentrus nattereri) sind für ihre kräftigen Kiefer und gezackten Zähne bekannt. Obwohl sie in Horrorfilmen oft als tödliche Raubtiere in Schwärmen dargestellt werden, ernähren sie sich in der Natur meist von toten Fischen oder kleinen Beutetieren. Das Aussetzen exotischer Arten in nicht heimischen Lebensräumen kann das ökologische Gleichgewicht stören, da ihnen natürliche Feinde fehlen und sie lokale Populationen dezimieren können.