Eine Entdeckung, die die Weltbühne erschüttert
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), der Argentinier Rafael Grossi, gab am Dienstag, dem 18. August 2026, in Damaskus bekannt, dass die UNO-Behörde die Existenz von „Tonnen von Kernmaterial“ an einem syrischen Standort bestätigt hat, der von der früheren Regierung nie deklariert worden war. Laut dem Diplomaten hätte dieses Material „für illegale Zwecke verwendet werden können“.
Die Entdeckung erfolgte dank der Initiative der neuen syrischen Behörden, die nach dem Sturz von Baschar al-Assad die Regierung übernahmen. Am 17. Juli hatte die neue Regierung einen Brief an die IAEO geschickt, in dem sie über das Vorhandensein von Kernmaterial an einem bis dahin nicht deklarierten Ort informierte.
„Wir beginnen, eine neue Seite aufzuschlagen, und eine neue Seite aufzuschlagen bedeutet nicht, die Vergangenheit zu vergessen“, sagte Grossi in der syrischen Hauptstadt.
Was wurde genau gefunden?
Grossi bestätigte auf seinen Social-Media-Kanälen, dass er die „Tonnen von natürlichem Uran“ besichtigen konnte, die an einem „nicht deklarierten Ort außerhalb von Damaskus“ entdeckt wurden. Die Mission umfasste einen Standort in Deir Ezzor im Nordosten des Landes sowie einen zweiten Ort, der mit dem kürzlich identifizierten Material in Verbindung steht. Der IAEO-Chef ist damit der erste Generaldirektor in der Geschichte der Behörde, der nach 18 Jahren der Schließung nach Deir Ezzor reiste.
Spezialisten der Organisation entnahmen Proben für weitere Analysen. Sie besuchten auch einen Standort, an dem große Mengen Graphit gelagert werden, der mit den früheren Nuklearaktivitäten in Deir Ezzor in Verbindung steht.
Das Erbe des Assad-Regimes
Der syrische Außenminister Assad al-Shaibani bezeichnete den geheimen Standort als ein „Erbe des alten Regimes“. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Grossi erklärte der Beamte, die bisherigen technischen Bewertungen deuteten darauf hin, dass das gefundene Material „keinerlei Risiko darstellt“.
Der Fall geht auf einen nicht deklarierten Reaktor zurück, den Syrien nach Angaben internationaler Quellen mit nordkoreanischer Hilfe in Deir al-Zur gebaut hatte und der 2007 bei einem israelischen Luftangriff zerstört wurde. Im Jahr 2011 stellte die IAEO fest, dass Damaskus seinen Verpflichtungen nicht nachkam – ein Problem, das Assad nie löste.
Historisches Abkommen: Das Material bleibt in Syrien
Al-Shaibani erklärte, dass das Material auf syrischem Territorium verbleibt und dem Sicherungssystem der IAEO unterliegt, dem internationalen Mechanismus zur Kontrolle von Kernmaterial. Auf diese Weise kann die Behörde es inventarisieren und unter ständiger Überwachung halten.
Der Beamte bekräftigte das „souveräne und rechtmäßige Recht“ Syriens auf die zivile und friedliche Nutzung der Kernenergie und bezeichnete Transparenz als eine „Entscheidung“, wobei er sich verpflichtete, die Zusammenarbeit mit der Behörde zu vertiefen.
18 Monate Verhandlungen
Der Ausgang ist das Ergebnis von 18 Monaten Arbeit zwischen der IAEO und den neuen syrischen Behörden. Nach dem Treffen zwischen Grossi und dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa im Juni 2025 erhielt die Organisation ungehinderten und uneingeschränkten Zugang zu Orten, die für die Aufklärung früherer Nuklearaktivitäten relevant sind.
Die Probenahmen zeigten Spuren von verarbeitetem natürlichem Uran in einer der mit dem Fall verbundenen Anlagen. Grossi würdigte das Ergebnis dieser Arbeit als „einen guten Tag für die weltweite Sicherheit und den Frieden“.
Rückenwind für Grossis UNO-Kandidatur
Die Mission trifft Grossi in einer entscheidenden Phase seiner diplomatischen Laufbahn. Der IAEO-Chef ist einer der sieben Kandidaten für die Nachfolge von António Guterres als UNO-Generalsekretär und wird von der argentinischen Regierung offiziell unterstützt.
In der ersten Vorabstimmung im Sicherheitsrat vor wenigen Tagen belegte Grossi den dritten Platz mit sieben positiven Stimmen, zwei Gegenstimmen und sechs Ländern, die sich der Stimme enthielten. Er lag hinter der Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan und Carolyn Rodrigues-Birkett aus Guyana.
Die nächste Vorabstimmung findet am 21. August statt. Zu seinen wichtigsten Qualifikationen zählt der Argentinier sein direktes Eingreifen in heiklen internationalen Krisen – eine Liste, der er nun die Inspektion des in Syrien entdeckten Kernmaterials hinzufügen kann.
Wichtige Fakten im Überblick
- Datum der Entdeckung: 18. August 2026
- Meldung Syriens an die IAEO: 17. Juli 2026
- Gefundenes Material: mehrere Tonnen natürliches Uran
- Standort: nicht deklarierter Ort außerhalb von Damaskus und Deir Ezzor
- Zustand des Materials: kein Risiko, verbleibt in Syrien
- Überwachung: Sicherungssystem der IAEO
- Nächste UNO-Abstimmung: 21. August 2026