Das internationale Musik – und Kulturwelt ist in Trauer: Die erst 9-jährige Geigerin Romina Rivera Cruz aus Venezuela ist am 16. August 2026 gestorben. Das begabte Mädchen wurde nach zehntägigem Aufenthalt im Krankenhaus Jesús María Casal in der Stadt Acarigua im Bundesstaat Portuguesa von seinem Leben losgerissen. Sie litt an Mukoviszidose, auch Cystische Fibrose (CF) genannt – eine erblich bedingte Stoffwechselkrankheit, die vor allem die Lungen und die Bauchspeicheldrüse schwer schädigt.
Musikalische Weltkarriere in ganz jungen Jahren
Romina gehörte der Nationalen Kinder-Sinfonieorchester von Venezuela (Orquesta Sinfónica Nacional Infantil) an – einer Einrichtung des berühmten El Sistema. Dieser kulturelle Förderverein, 1975 von José Antonio Abreu gegründet, hilft Millionen von Jugendlichen in Lateinamerika, durch die Musik einen Weg aus der Armut zu finden. Romina wurde über einen Wettbewerb aufgenommen.
Bereits im Oktober 2025 unternahm sie ein aufregende Reise nach Rom, um bei den Feierlichkeiten zur Heiligsprechung der venezolanischen Seligen Carmen Rendiles und José Gregorio Hernández aufzutreten. Bei dem festlichen Konzert „Santos y Música para Todos“ (Heilige und Musik für alle) spielte die erst 9-Jährige das Violin-Solo im berühmten „Danzón Nr. 2“ des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez. Damit sorgte sie nicht nur im Vatikan für Erstaunen – die Papst Leo XIV. selbst lauschte ihrer Darbietung. Ein Video, das die Auftritt zeigt, verbreitete sich wie Lauffeuer in den sozialen Medien und machte das kleine Mädchen zu einem Symbol der Hoffnung.
Schwere Anschuldigungen der Mutter
Ihre Mutter Claribeth Cruz wirft der Klinik in Acarigua schwere Versäumnisse vor. „Die behandelnden Ärzte konnten nicht mit der Krankheit meines Kindes umgehen – und verweigerten ihnen jeden Kontakt zu dem bisherigen Lungenarzt, der sie seit Jahren betreut hat“, berichtet die fassungslose Mutter. Sie betont weiter: „Die Einrichtung ist gar nicht für so komplexe Fälle ausgestattet. Sie haben meiner Tochter endlose Untersuchungen zugemutet, die ihren Zustand zusätzlich entkräftet haben.“
Die Trauer des Musikprogramms
Das Sistema Nacional de Orquestas veröffentlichte eine emotionale Botschaft: „Wir werden immer dein Lächeln, deine Liebe zur Kunst und dein leuchtendes Talent in Erinnerung behalten. Es ist schwer, einen der Unseren zu verlieren.“ Auch die Schule Nuestra Señora del Pilar, in der Romina die fünfte Klasse besuchte, verabschiedete sich: „Schlafe in Frieden, süße Romina. Dein Licht und deine Erinnerung bleiben in unserm Herzen.“
Ein unverhofft reifes Herzens
Ihr Musiklehrer Juan Benedetto erinnert sich an eine außergewöhnlich reife Jungend: „Sie wusste bereits mit sechs Jahren, dass sie jederzeit hätte sterben können. Und genau deshalb lebte sie den heutigen Tag intensiv – mit einer Sicherheit, die jedem Erwachsenen fehlt.“
Quellen und weitere Informationen: El Litoral | La Nación | El Mundo