Die Scopometrie-Abteilung der Bundespolizei hat bestätigt, dass das Video, in dem Jesica Cirio von Bündeln US-Dollar umgeben ist, in der Umkleidekabine des Hauses von Martín Insaurralde in San Vicente aufgenommen wurde – und nicht in der Wohnung in Las Cañitas. Die Stiftung Apolo legte zudem neue Aufnahmen mit Metadaten vor, die den Ex-Bürgermeister weiter belasten.

Wendepunkt im Verfahren um unrechtmäßige Bereicherung

Die Ermittlungen, die die argentinische Politiklandschaft erschüttern, haben am Donnerstag einen wuchtigen Beweis erhalten: Die Scopometrie-Abteilung der Bundespolizei (Policía Federal) bestätigte, dass die Umkleidekabine, in der sich Jesica Cirio mit US-Dollar filmte, zum Haus von Martín Insaurralde im Stadtteil Fincas de San Vicente gehört – nicht zur Wohnung der Moderatorin in Las Cañitas. Der Bericht wurde von der Justiz angefordert und vom Staatsanwalt Sergio Mola bereits als Beweismittel in seinen Antrag auf Vernehmung aufgenommen.

Die Expertise stellt fest, dass sich die Umkleidekabine im „allgemeinen Flur im Obergeschoss des Anwesens 275, gelegen auf den Grundstücken 242C und 243 des Stadtteils Fincas de San Vicente Club de Charcas, Juan Pablo II 1660“ befindet. Zugleich wurde ausgeschlossen, dass die Aufnahmen aus der Wohnung in der Ortega y Gasset 1661, die Cirio gehört, stammen.

„Dieses Ergebnis stützt die Hypothese der Staatsanwaltschaft und könnte bei der gerichtlichen Entscheidung über die Situation von Insaurralde und Cirio entscheidend sein“, so Justizkreise.

Neue Aufnahmen mit Metadaten belasten die Verteidigung

Parallel dazu hat die Stiftung Apolo – unter der Leitung von Yamil Santoro – am Donnerstag beim Bundesgericht Nr. 2 von Lomas de Zamora neun Videos und zwei Fotos des Anwesens eingereicht. Die Dateien enthalten Metadaten und Hashwerte, die Aufschluss darüber geben können, wann sie aufgenommen wurden und ob das Haus nach Beginn der Ermittlungen verändert wurde.

Die Aufnahmen umfassen:

  • Sechs Videos mit Erstellungsdatum 19.04.2023 – im Jahr der Trennung von Cirio und Insaurralde.
  • Ein Foto vom 23.05.2023.
  • Zwei Videos aus Dezember 2025.

In den Aufnahmen ist eine Umkleidekabine mit Kleidung, mehr als 30 Paar Sneakern, 20 Paar Schuhen und einem Schminktisch im „Glam-Room“-Stil zu sehen. Ebenso sichtbar: ein Spielzimmer mit Arcade-Automaten, Billardtisch, Flippern sowie ein Fitnessraum mit Laufband, Crosstrainer und Gewichten. Ein weiteres Video zeigt ein Wohnzimmer mit Fingerabdruck-Tür, riesigem Bildschirm und einem Tisch für 12 Personen, dazu ein Gästezimmer mit Bad.

Die Hypothese der Anzeigenerstatter: Das Haus wurde vor der Durchsuchung am 24. Oktober 2023 – nach dem Yategate-Skandal – regelrecht „geputzt“. Im Vergleich zu den Aufnahmen jener Durchsuchung wurden leergezogene Schubladen, ausgetauschte Armaturen und abgerissene Überwachungskameras festgestellt – ein möglicher Hinweis auf eine Vertuschungsaktion.

Hintergrund: Der Yategate-Skandal und ein Verfahren ohne Ende

Das Verfahren wegen unerlaubter Bereicherung und Geldwäsche begann im September 2023, als Bilder auftauchten, die Insaurralde auf der Yacht El Bandido im Mittelmeer mit dem Model Sofía Clerici zeigten. Der Fall führte zum Rücktritt Insaurraldes als Kabinettschef der Provinz Buenos Aires.

Das Verfahren erlebte kürzlich eine Wendung: Richter Luis Arnella – der Clerici freigesprochen hatte – wurde durch Juan Tomás Rodríguez Ponte ersetzt, der als Verbündeter von Richter Ariel Lijo gilt. Der neue Richter muss nun über den Antrag auf Vernehmung von Staatsanwalt Mola entscheiden.

Die wichtigsten Fakten des Verfahrens
  • Gutachten: Scopometrie-Abteilung der Bundespolizei – bestätigte, dass die Umkleidekabine zum Haus in San Vicente gehört.
  • Neue Beweise: 9 Videos und 2 Fotos mit Metadaten (Stiftung Apolo).
  • Relevante Daten: 19.04.2023, 23.05.2023 und Dezember 2025.
  • Vergleichsdurchsuchung: 24.10.2023 – leere Schubladen, neue Armaturen, fehlende Kameras.
  • Aktueller Richter: Juan Tomás Rodríguez Ponte.

Wie es weitergeht

Die Verteidigung von Insaurralde und Cirio hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Gutachten geäußert. Die Anwälte der Stiftung Apolo kündigten an, am Freitag das Gerät mit den Originaldateien beim Gericht einzureichen.

Der Fall sammelt weiterhin belastendes Material gegen das ehemalige Paar, während die Öffentlichkeit gespannt jede Entwicklung verfolgt – eine Untersuchung, die weitreichende politische und juristische Folgen haben könnte.

Quellen: Filo.news · TN