Ein kleiner Junge spielte in einer Kita in Córdoba mit einer rosa Geldbörse, die er vom Boden aufgehoben hatte. Erzieherinnen fanden darin 71 zum Verkauf verpackte Kokainportionen. Die Mutter wurde sofort verhaftet, am nächsten Tag auch der Vater. Die Behörden ermitteln jetzt wegen Drogenhandels unter Beteiligung eines Kleinkinds.

Ein Vorfall, der die argentinische Öffentlichkeit tief schockiert: Ein gerade einmal zwei Jahre alter Junge brachte am 18. August 2025 in der Kita des Viertels Ampliación Cabildo in der Millionenstadt Córdoba (Argentinien) unwissentlich eine rosa Geldbörse mit. In seinem kindlichen Spiel auf dem Teppich der „Sala Naranja“ (Orange Raum) hatten die Betreuerinnen den Gegenstand entdeckt. Ihr Schreck war groß, als sie darin 71 gefüllte Verpackungen mit Kokain – bereits in verbraucherfertige Dosen portioniert – fanden. Das berichtet die Zeitung TN am selben Tag.

Die Rückkehr der Mutter

Kurz nachdem der Junge und seine drei-ältere Schwester im Zentrum für frühkindliche Erziehung abgeliefert worden waren, kehrte die 21-jährige Mutter zurück. Sie erklärte den Erzieherinnen, sie habe etwas verloren und bat um Rückgabe der rosa Geldbörse – angeblich um „ihren Kindern die Essensration zu bezahlen“, wie der Minister für Sicherheit, Juan Pablo Quinteros, später erklärte. Die Pädagogen hatten jedoch bereits die Notrufnummer 911 verständigt und verweigerten die Herausgabe.

„Die Mutter bat die Lehrerin, das Täschchen zurückzugeben – es sei ihre einzige Möglichkeit, ihren Kindern Essen zu sichern.“

Juan Pablo Quinteros, Sicherheitsminister von Córdoba

Polizei und Antidrogen-Einheit

Die Fuerza Policial Antinarcotráfico (FPA), die Drogenspezialeinheit der Polizei von Córdoba, übernahm den Fall. Die 21-Jährige wurde vor Ort verhaftet, weil sie im Umfeld von Drogenhandel steht. Die zwei Kinder wurden vorläufig der Großmutter übergeben. Sicherheitsminister Quinteros zeigte sich entsetzt: „Was wäre passiert, wenn das Kind eines dieser Pakete verschluckt hätte? Dann sprechen wir über eine viel größere Tragödie.“

Vater festgenommen – Drogen im Haus

Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Nur einem Tag, am 19. August 2025, führte die FPA einen von der Staatsanwaltschaft für Rauschgiftkriminalität (Fiscalía de Lucha contra el Narcotráfico del Segundo Turno) bewilligten Durchsuchungsbefehl in der Wohnung der Familie durch. Die Einsatzkräfte suchten die Manzana 34 desselben Viertels auf und nahmen den 22-jährigen Vater des Kindes fest. In seiner Wohnung fanden sie mehrere Verkäufern zum Verkauf bestimmte Marihuana-Dosen sowie weitere Beweismittel. Die Staatsanwaltschaft untersagt jetzt den Vorwurf der „verschärften Handel mit Drogen durch die Beteiligung eines Minderjährigen“ – ein schwerer Tatbestand, der im argentinischen Strafrecht Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren vorsieht.

„Null Toleranz gegenüber Drogenhandel, der Kinder gefährdet“

Der Gouverneur von Córdoba stellte sich erneut in der Öffentlichkeit: „Es gibt Grenzen, über die man nicht verhandelt – eine davon ist die Kindheit. Narcomenudeo ist bereits schlimm genug, aber das Drogen in einem Kigagi Einrichtung ist ein Problem der öffentlichen Ordnung, das weit über die Sicherheitsfrage hinausgeht.“ Er lobte ausdrücklich das Eingreifen der Erzieherinnen: „Sie haben weggehört, sie haben sofort gehandelt – ihr Training und ihr Mut haben verhindert, dass ein Kind zu Schaden kommt.“

Die Justiz geht davon aus, dass die Eltern Teil eines größeren Netzwerks von Straßenhändlern sein könnten, die im Umfeld der barrió insbesondere Drogen verkaufen. Ob die Eltern bereits – freiwillig oder durch die Ermittlungen – Details zur Herkunft der Drogen gegeben haben, liegt noch geheim. Die Kinder, zwei und drei Jahre alt, befinden sich, nachdem die Großmutter mündlich die Sorgerechtspflicht übernommen hat, außerhalb der Gefahr im Prozess der richterlichen Verhandlung.

Zahlen und Fakten auf einen Blick

Verwandte

Fundtag:18. August 2025
Ort:Centro de Cuidado Infantil, barrio Ampliación Cabildo, Córdoba
Beschlagnahmt:71 Kokosdöschen (fraktioniert) + Marihuana
Verhäftigte:Mutter (21) und Vater (22)
Zuständige   Staatsanwalt:Fiscalía de Lucha contra el Narcotráfico (2. Schicht)