Die Obduktion eines sechs Jahre alten Jungen, der am Mittwoch leblos in San Justo in der argentinischen Provinz Santa Fe aufgefunden wurde, hat ergeben, dass er durch Erstickung starb. Haare in seiner Hand könnten auf einen Kampf hindeuten. Die 22-jährige Mutter bleibt in Haft.

Die argentinische Provinz Santa Fe (etwa 500 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires) steht unter Schock: Im kleinen Ort San Justo wurde der sechsjährige Izán Aguirre leblos aufgefunden. Wenige Tage nach dem Fund haben die Gerichtsmediziner ihre wichtigsten Erkenntnisse vorgelegt – sie sorgen für Trauer und Entsetzen.

Erstickung, Haare in der Hand, offene Fragen

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, zeigt die Obduktion (medizinische Leichenschau zur Klärung der Todesursache), dass der Junge durch Erstickung starb. Die genaue Art dieser Erstickung ist noch nicht endgültig geklärt. Zusätzliche Untersuchungen – darunter eine biochemische und anatomopathologische Analyse – sollen den Ablauf des Geschehens weiter aufhellen.

Doch es gibt noch ein auffälliges Detail: Bei der ersten Untersuchung wurden in der Hand des Kindes lange Haare gefunden. Die Ermittler prüfen, ob der Junge sich möglicherweise gegen seinen Angreifer gewehrt hat. Die Proben werden jetzt mit DNA von nahestehenden Personen verglichen.

Die Mutter: Festgenommen, aber noch kein Wort

Die 22-jährige Mutter des Jungen, nur als R.M. identifiziert, sitzt in der Stadt Santa Fe in Haft. Sie erhält derzeit psychologische und psychiatrische Unterstützung, wie die Staatsanwältin Daniela Montegrosso mitteilte. Bis jetzt hat die Frau noch nicht ausgesagt, und einen Termin für die formelle Anklageerhebung gibt es noch nicht.

Der Großvater: „Sie wirkte wie besessen“

Das Drama wurde von Juan Aguirre, dem Großvater des Jungen, gefunden. Er war der erste, der zum Haus in der Sylvestre Begnis Straße im Viertel Reyes fuhr, weil seine Schwiegertochter nicht auf Anrufe reagierte. Er fand die Frau, die den leblosen Körper ihres Sohnes in den Armen hielt – und machte ihr Gesichtsausdruck waren fasziniert.

„Sie wirkte wie besessen“, sagte Aguirre in einem Gespräch mit einem deutschen Reporter. Auf seine Frage, was passiert sein, antwortete sie ihm: „Dein Sohn hat mir mit einer „besessenen Stimme“ geflüstert.“

Der Großvater betont: Es gab keine früheren Anzeichen von Gewalt oder Drogenkonsum – die Familie hätte so etwas niemals verheimlichen können. „Sie war wie eine zweite Tochter“, so Aguirre, „wir sind tief betroffen.“

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Fahnder von Jorge Nessier, dem Regionallstaatswalter der Provinz, und der bereits genannten Staatsanwältin Daniela Montegrosso haben die Spurensuche verstärkt. Zusätzlich wurde die Spezialistin für Tötungsdelikte, María Laura Urquiza, in das Team berufen. Der Fall wird weiter geprüft – die Spuren gehen offenbar Richtung Absicht, also einer Tötung.

Die Polizei hat die Wohnung abgeriegelt, um jede Spur zu sichern. Digitale Geräte wie Smartphones wurden beschlagnahmt und werden auf mögliche Beweise wie Chats oder Standortdaten untersucht. Auch Überwachungskameras der Nachbarschaft sollen die Stunde, in der der Junge starb, zeigen. Die gerichtlichen Nachfragen bisher: keine Vorgeschichte von häuslicher Gewalt und keine Einsätze des Kinderzentrums.

Überblick der wichtigsten Fakten

PunktDetail
KindIzán Aguirre, 6 Jahre alt
Ort des TodSan Justo, Provinz Santa Fe (Zentrum Argentinien)
Tag des AuffindensMittwoch, 19. August 2026
Autopsie-ErgebnisTod durch Erstickung
BeweismittelHaare in der Hand des Kindes, möglicher Einsatz
Festgenommene PersonDie Mutter (R.M., 22)
Gesundheitliche HilfeBetreuung durch Psychiater und Psychologen

Wann wird es Klage? Termin steht aus

Nach der argentinischen Strafprozessordnung muss die Anklage normalerweise innerhalb von 96 Stunden nach der Festnahme getan werden. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft bereits ankündigt, die Frist zu verlängern, um die Vorwürfe mit aller Genauigkeit zu untermauern. Die Öffentlichkeit wartet jetzt auf die nächsten Schritte. Für die Familie in San Justo – und für ganz Argentinien – bleibt ein bitterer Nachgeschmack: der Verlust eines so jungen Lebens.