Ein Polizistenpaar der Stadtpolizei von Buenos Aires, das außer Dienst und in Zivilkleidung unterwegs war, wehrte sich in Rafael Castillo, La Matanza, gegen einen Raubüberfall. Drei Angreifer starben, ein Minderjähriger wurde festgenommen. Die Beamten blieben unverletzt, die Justiz sah Notwehr.

Ein Überfall, der tödlich endete

In den frühen Morgenstunden des 22. August 2026 kam es im Viertel Rafael Castillo im Partido La Matanza (ein Verwaltungsbezirk in der Provinz Buenos Aires, westlich der Stadt Buenos Aires) zu einem versuchten Raubüberfall, der für drei Angreifer tödlich endete. Die Opfer waren ein Polizistenpaar der Stadtpolizei von Buenos Aires (Policía de la Ciudad), das sich in ihrem Privatfahrzeug befand, außer Dienst und in Zivilkleidung.

Der Vorfall ereignete sich in der Sudamérica-Straße 2400, als die Beamten, identifiziert als Brian Leonel Rodríguez (25) und Maia Victoria Pacheco (21), in einem grauen Volkswagen Fox unterwegs waren. Plötzlich stoppte ein schwarzer Renault Sandero vor ihnen, und vier bewaffnete Männer stiegen aus, um das Fahrzeug zu stehlen.

Die Beamten gaben sich zu erkennen und wehrten sich

Laut Polizeiquellen identifizierten sich die Beamten als Angehörige der Polizei und zogen ihre Dienstwaffen, als sie bedroht wurden. Rodríguez, der zur Division Unidad Táctica de Planificación 4 gehört, feuerte mit einer Pietro-Beretta-Pistole, während Pacheco, von der Division Vía Pública 2 in Palermo, ebenfalls eine Beretta benutzte. Es kam zu einem intensiven Schusswechsel auf offener Straße.

Drei Tote und ein festgenommener Minderjähriger

Bei dem Schusswechsel starben zwei Angreifer noch am Tatort: Kevin Matías Martínez (18) und Walter Gabriel Ponce (22). Ein dritter, Rodrigo Alejandro Vargas (22), wurde schwer verletzt ins Krankenhaus Paroissien in Isidro Casanova gebracht, wo er später seinen Verletzungen erlag.

Der vierte Täter, ein 17-jähriger Jugendlicher namens Tiziano Nicolás Gauna, erlitt einen Streifschuss am Rücken und wurde festgenommen. Er wurde ins Krankenhaus Simplemente Evita gebracht und der Justiz übergeben, wobei auch das Jugendstrafrecht involviert ist.

Ermittlungen und Notwehr-These

Der Staatsanwalt Claudio Fornaro von der Spezialabteilung für Tötungsdelikte in La Matanza leitete die Ermittlungen. Es wurden die beiden Beretta-Dienstwaffen der Polizisten, ein Doberman-Revolver Kaliber 22 lang mit zwei Patronen, eine Nachbildung einer Pistole sowie die beteiligten Fahrzeuge sichergestellt. Auch Überwachungskameras der Umgebung wurden ausgewertet und Autopsien der Toten angeordnet.

Der Fall wurde als versuchter Totschlag (homicidio criminis causa) und versuchter schwerer Raub eingestuft. Laut Medienberichten stellte der Staatsanwalt fest, dass die Beamten in Notwehr gehandelt hatten, und ergriff keine Maßnahmen gegen sie. Die Polizisten blieben unverletzt und lehnten medizinische Hilfe ab.

Kontext der Unsicherheit in La Matanza

Der Vorfall reiht sich in eine Serie gewalttätiger Ereignisse in dem Bezirk ein. Laut offiziellen Statistiken wurden 2025 in La Matanza 147 vorsätzliche Tötungsdelikte registriert, davon 22 bei Raubüberfällen. Die Tötungsrate des Bezirks liegt bei 8,02 pro 100.000 Einwohner, fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Provinz Buenos Aires.

Dieser Fall, der sich schnell in sozialen Medien verbreitete, entfacht erneut die Debatte über Sicherheit im Großraum Buenos Aires und die Reaktion der Sicherheitskräfte auf Kriminalität.