Kanada schließt sich der globalen Offensive gegen Musik-KI an
Am 2. September 2026 hat die kanadische Gesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverleger (SOCAN) eine Klage gegen Suno, die Plattform zur Musikgenerierung mit künstlicher Intelligenz, eingereicht – wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen. Laut der Klage soll Suno mindestens 150 Songs aus dem SOCAN-Repertoire ohne Genehmigung verwendet haben, darunter ikonische Titel wie Life is a Highway von Tom Cochrane, Sk8er Boi von Avril Lavigne und Passing Out In America von Alexisonfire.
Die Klage, eingereicht bei einem kanadischen Gericht, zielt darauf ab, Suno zur Einhaltung des Urheberrechts zu zwingen, die Verfügbarkeit rechtsverletzender Ausgaben zu stoppen und die Rechte der Kreativen und Verleger zu respektieren. SOCAN fordert zudem eine finanzielle Entschädigung für die nicht genehmigte Nutzung der Werke.
Was ist SOCAN?
Die kanadische Gesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverleger ist eine gemeinnützige Organisation, die die Urheberrechte von über 200.000 Kreativen und Verlegern in Kanada verwaltet. Ihre Hauptaufgabe ist es, Lizenzgebühren für die öffentliche Nutzung von Musik zu sammeln und zu verteilen, um sicherzustellen, dass Künstler eine faire Vergütung für ihre Arbeit erhalten.
Stellungnahmen von SOCAN
Andrea Kokonis, Rechtsdirektorin von SOCAN, betonte: „Wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitglieder bezahlt werden, wenn ihre Songs verwendet werden... ein klares Signal an KI-Dienste senden, dass es Konsequenzen gibt, wenn Musik ohne Erlaubnis genutzt wird“. Die CEO von SOCAN, Jennifer Brown, erklärte: „Innovation darf nicht auf Kosten menschlicher Kreativität gehen. Die Zukunft der Musik muss denen gehören, die sie machen“.
Kontext: Suno in Kanada
Suno startete seinen Dienst in Kanada im Dezember 2023, ohne SOCAN zu kontaktieren oder deren Zustimmung einzuholen. Seitdem hat die Plattform Songs generiert, die laut SOCAN auf geschützten Werken ohne Lizenz basieren. Die Organisation hat auch eine Website veröffentlicht, die Vergleiche zwischen Suno-Ausgaben und den Originalsongs zeigt – als Teil einer nationalen Kampagne gegen nicht lizenzierte KI, unterstützt von Künstlern wie Sarah McLachlan und Mac DeMarco.
Parallelaktionen von SOCAN
- • Website mit Vergleichen von Originalsongs vs. Suno-Ausgaben.
- • Nationale Kampagne gegen nicht lizenzierte KI.
- • Partnerschaft mit Musical AI zur Identifizierung KI-generierter Ausgaben und zur Zuschreibung von Credits.
Globaler Rechtskontext
- • 31. August: Klage von Gerencia 360 Music wegen Nutzung ihres mexikanischen Katalogs.
- • 1. September: Sammelklage unter der Führung von Jason Isbell.
- • Round Hill Music fordert bis zu 1 Milliarde US-Dollar Schadenersatz gegen Suno und Anthropic.
- • Universal und Sony fügten ihrer gemeinsamen Klage Vorwürfe des „Stream Ripping“ hinzu.
- • Suno unterzeichnete Ende 2025 einen Lizenzvertrag mit Warner Music Group, nach einer ersten Klage von UMG, Sony und WMG über 500 Millionen US-Dollar.
- • Ein deutsches Gericht entschied zugunsten der GEMA in einem ähnlichen Fall gegen Suno (einschließlich „Rasputin“ von Boney M.).
Ein Präzedenzfall für die Branche
Dieser Fall reiht sich in eine Welle von Klagen gegen Suno weltweit ein. Die Musikindustrie sucht klare Grenzen für die Nutzung geschützter Werke im Training und in der Generierung von Musik mit KI. Die Entscheidung des kanadischen Gerichts könnte einen wichtigen Präzedenzfall für andere Länder schaffen.
In der Zwischenzeit arbeitet SOCAN weiterhin mit Musical AI zusammen, um Werkzeuge zu entwickeln, die KI-generierte Ausgaben identifizieren und sicherstellen, dass Kreative die Anerkennung und Vergütung erhalten, die sie verdienen.
Quelle: Billboard Canada