In der berühmten Weinregion Langhe in Italien kam es zu einem hochpräzisen Raubüberfall. Eine organisierte Bande stahl aus dem renommierten Weingut Conterno e Fantino über 3.000 Flaschen des exklusiven Barolo-Weins. Die Täter gingen dabei mit einer Professionalität vor, die auf eine gezielte Bestellung für den Schwarzmarkt hindeutet.

Ein Coup wie im Film: Raub im Herzen des Piemont

In der Nacht vom 16. auf den 17. September 2026 wurde das Weingut Conterno e Fantino in Monforte d'Alba zum Ziel eines präzise geplanten Diebstahls.

Die Details des Raubzugs

Gegen 23:58 Uhr drangen vier maskierte Täter in das Anwesen ein. Sie nutzten dabei eine Schwachstelle im Sicherheitssystem – ein Fenster ohne Alarm – und gelangten über die Weinberge in das Gebäude. Die Beute ist so exklusiv wie wertvoll:

  • Über 3.000 Flaschen Barolo (Jahrgänge 2021 und 2022).
  • Besonders begehrte Exemplare der Linie Sorì Ginestra.
  • Mehrere Magnum-Flaschen (Doppelte Standardgröße).

Der Gesamtwert der gestohlenen Weine würde sich laut ersten Schätzungen auf mehrere hunderttausend Euro belaufen.

Wissenswertes: Was ist Barolo?

Der Barolo wird oft als der König der Weine bezeichnet. Er stammt aus dem Piemont (Norditalien) und wird aus der Nebbiolo-Traube gekeltert. Aufgrund seiner langen Lagerfähigkeit und Komplexität ist er weltweit bei Sammlern extrem begehrt, was ihn leider auch zu einem Ziel für organisierte Kriminalität macht.

Ein fast lautloser Modus Operandi

Die Täter bewiesen eine bemerkenswerte Kaltblütigkeit. Anstatt eigene Fahrzeuge zu riskieren, nutzten sie zwei Gabelstapler und zwei Lieferwagen des Weinguts selbst. Um keinen Lärm zu verursachen, schoben sie die Fahrzeuge mit ausgeschalteten Motoren über eine Strecke von 150 Metern bis zur Provinzstraße.

Innerhalb von nur drei Stunden erledigten sie den Raub, ohne eine einzige Flasche zu zerbrechen. Bevor sie flüchteten, stellten sie die Maschinen fast an ihren ursprünglichen Platz zurück und zwangen lediglich das Haupttor auf.

Ermittlungen der Behörden

Die Staatsanwaltschaft und die Carabinieri (die italienische Militärpolizei) sind bereits im Einsatz. Aktuell werden Sicherheitsvideos ausgewertet und Mobilfunkdaten analysiert, um die Täter zu geolokalisieren. Die beiden gestohlenen Lieferwagen sind derzeit noch verschwunden.

Vermutung: Raub auf Bestellung

Da es äußerst schwierig ist, eine so große Menge an hochspezialisierten Luxusweinen anonym zu verkaufen, vermuten die Ermittler, dass die Tat auf Bestellung eines Dritten erfolgt sein könnte. Die Polizei wird nun Auktionshäuser und spezialisierte Luxushändler genau beobachten.

Quelle: La Stampa