Die anti-argentinische Kampagne: Ein Konflikt zwischen Regierung und Presse
Während der Pressekonferenz am 11. August 2026 in der Casa Rosada (dem Sitz der argentinischen Regierung) wurde der Regierungssprecher Adrián Ravier erneut zu den Beweisen befragt, die die Behauptungen des Staatsoberhauptes gegen Brasilien, Mexiko, Spanien und die Demokratische Partei der USA stützen sollen. Auf Drängen der Journalisten räumte Ravier ein, die Quellen nicht zur Hand zu haben: „Es gibt Quellen aus sozialen Netzwerken, die evaluiert werden müssten (...) Im Moment habe ich diese Quellen nicht, um sie zu präsentieren, aber wir werden sie später vorlegen.“
Der Ursprung der Beschwerde und der Bericht von Monitor Digital
Der Konflikt entbrannte, als Milei behauptete, dass 25 Prozent der Ressourcen für die angebliche Kampagne von der Regierung von Luiz Inácio Lula da Silva aus Brasilien stammten. Später, am 5. August, relativierte der Außenminister Pablo Quirno diese Zahl und gab an, dass 22 Prozent der Nachrichten aus Brasilien kämen, basierend auf einem Bericht der Analysefirma Monitor Digital.
Daten aus dem Bericht von Monitor Digital
Das Dokument, das Milei selbst am 6. August in den sozialen Netzwerken teilte, beschreibt den Ursprung der Veröffentlichungen über Argentinien während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026:
- Brasilien: 22 % (führend aufgrund von 150 Millionen Nutzern und historischer Rivalität)
- Mexiko: 15 %
- USA: 13 %
- Spanien: 11 %
Hinweis: In keinem Teil des Berichts wird eine Finanzierung von Regierungen für eine Kampagne gegen Argentinien erwähnt. Es handelt sich lediglich um eine Analyse der Herkunft von Social-Media-Nachrichten.
Der Austausch mit der Presse und die kommunikative Strategie
Der Vorfall vom 11. August machte die Beziehung zwischen der Regierung und der akkreditierten Presse deutlich. Der Journalist Alejandro Gomel von Nachrichten Argentinas (Noticias Argentinas) schilderte den Austausch und kritisierte die in den Konferenzen auferlegten Einschränkungen: Es wird auf eine Frage pro Journalist begrenzt, und Nachfragen sind nicht erlaubt.
Regierungsnahe Kreise räumen ein, dass sich die Regierung in einer Phase befindet, in der sie „schlecht kommuniziert“, wie von parlamentarischen Quellen nach der Halbzeit-Zustimmung zum Gesetz über die Unverletzlichkeit des Privateigentums zugegeben wurde. Der Sprecher Ravier, von Beruf Ökonom, steht vor der Herausforderung, seiner Rolle mehr Professionalität und Dialogbereitschaft zu verleihen, während die Regierung versucht, ihre legislativen Agenda neu zu ordnen und ihre Bindung zur Gesellschaft zu verbessern.
Quellen: Infobae, Los Andes, Noticias Argentinas, Diario Registrado.