Die ehemalige Innenministerin und heutige Senatorin Patricia Bullrich intensiviert ihre politischen Vorbereitungen für die Wahlen 2027. Ihr Zukunft ist noch offen – ob sie für das Präsidentschaft oder für die Leitung der Stadtverwaltung von Buenos Aires (CABA) antritt, hat sie nicht bestätigt. Bereits sicher ist jedoch, dass sie jetzt über ein eigenes, national anerkanntes Parteiprojekt verfügt: die Partido Popular Federalista (PPF), die sie in Ruhe zusammen mit Gustavo Valdés (ehemaliger Gouverneur von Corrientes) aufgebaut hat.
Ein landesweites Parteiprojekt mit Unterstützung aus Corrientes
Laut La Política Online (LPO) handelt es sich bei dem Vehikel um die Partido Popular Federalista, die ursprünglich in Corrientes entstanden ist und vom Vizegouverneur der Provinz, Pedro Braillard Poccard, gehalten wird. Im April 2026 wurde die Partei in der Hauptstadt Buenos Aires in die nationale Parteienregister eingetragen. Nachdem sie bereits in fünf Provinzen anerkannt war, gilt sie damit offiziell als Nationale Partei.
Mit dieser Struktur kann Bullrich bei den Wahlen 2027 unabhängig vom offiziellen Regierunglager – also auch unabhängig von der Partei des Präsidenten Javier Milei, der “La Libertad Avanza” – antreten, falls sie dies möchte. Quellen aus dem Parteiumfeld bestätigten gegenüber LPO, dass das Werk nicht nur als günstiger Parteistammel für externe Figuren dienen soll. Es wird erwartet, dass die Anerkennung bis zum Wahljahr in mindestens 12 Provinzen erweitert wird – ein ähnliches Muster wie beim Wahlkampfaufbau von Milei, dessen Schwester Karina Milei landesweit Parteistrukturen aufbaute.
Mehr Autonomie gegenüber der Regierung Milei
Der wichtigste Grund für die Gründung ist der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit von der Casa Rosada (Regierungssitz) und insbesondere vom inneren Zirkel um die Präsidenten-Schwester Karina Milei. Der Beziehung zwischen Bullrich und den Mileis ist angespannt – es wird berichtet, dass Bullrich bei der Zusammenstellung der Prsidentschaftsformel (Präsident + Vize) nicht unbedingt berücksichtigt werde. Mit einer nationalen Partei kann sie jetzt weiter auf eigene Faust verhandeln und notfalls ein alternatives Angebot vorbringen.
In einem aktuellen Interview betonte Bullrich, dass sie alle Optionen offen hält: Sie könnte eine Kandidatur für die Presidencia anstreben, aber auch für die Jefatura de Gobierno der Stadt Buenos Aires. Sie wies darauf hin, dass die Stadt ein wichtiger Distrikt sei und es Bereiche wie Bildung, Staatsverwaltung und Handel zu verändern gäbe. Sie erklärte auch, dass wenn das Ziel eine Koalition ist, die die Amtszeit des heutigen Bürgermeisters Jorge Macri sichert, wäre ihr Bester Beitrag sein, diese Möglichkeit zu begleiten.
Bündnis mit Valdés und Unruhe im PRO
Die politische Nähe zwischen Bullrich und dem Gustavo Valdés ist historisch tief. Valdés unterstützte ihre Kandidatur bei der internen Vorwahl des Bündnisses Juntos por el Cambio in 2023, als sie gegen Horacio Rodríguez Larreta antrat. Die Beziehung von Valdés zur Bundesregierung Mileis ist dagegen kompliziert: Im Jahr 2025 stellte die Libertad Avanza gegen seinen Verbündeten einen eigenen Kandidaten im der Provinz Corrientes auf – das erzeugt Risse.
Der Aufbau einer eigenständigen politischen Operation von Bullrich sorgt für Unmut im PRO, der Partei des ehemaligen Präsidenten Mauricio Macri, die sie selbst angehört. Die Macri-Flügel fürchtet eine Spaltung des liberal-konservativen Lagers. Bullrich-Verhandler hingegen behaupten, dass es angesichts der Unnachgiebigkeit der Libertären einen Schutz und ein Druckmittel braucht. Beziehung
Zeitplan bis 2027
Nach Información von LPO soll die politische Operation mit einem grossen Event in Corrientes starten, bei dem die Gouverneur Valdés die gesamte Logistik der Region schicken würde. Ziel ist es, auch im eigenen Lager Stärke zu zeigen und den Macri-Mann die Kontrolle zu entziehen.
Patricia Bullrich hat also bereits jetzt klar gemacht, dass sie bei den Wahlen von 2027 mindestens als wichtigste politische Kraft – egal ob in der Allianz oder im Oppositionslager – um eine Schlüsselrolle spielen will.
*Hinweis zur Quelle: Diese Informationen basieren auf einem politischen Analysebericht von La Politica Online (LPO) aus April 2026. Die offiziellen Wahltermine sind noch nicht veröffentlicht worden. In Argentina finden umfassende Wahlen (Präsident und Kongress, sowie in manchen Jahren Bürgermeisterwahlen) ungefähr alle 4 Jahre statt – die letzten regulären Präsidentenwahlen waren im Oktober 2023, die nächsten sind für 2027 vorgesehen.*