Im Tauziehen um die Stadt Buenos Aires nutzt die UCR die breite Unterstützung für das Projekt 'Ley Joaquín', um ihr Profil als politischer Vermittler zu stärken. Währenddessen verstärkt La Libertad Avanza ihre territorialen Aktivitäten mit Größen wie Karina Milei und Luis Caputo, und das PRO versucht, den Bezirk für 2027 zu halten.

Die Stadtgesetzgebung von Buenos Aires ist Schauplatz einer politischen Neuordnung. Während La Libertad Avanza (LLA) ihre nationalen Figuren in die Stadtteile schickt und das PRO die Regierung der Stadt verteidigen will, positioniert sich die Unión Cívica Radical (UCR) als vermittelnde Kraft, die mit der 'Ley Joaquín' einen breiten Konsens erzielt.

Die 'Ley Joaquín': Ein Projekt, das alle Fraktionen vereint

Der radikale Abgeordnete Francisco Loupias treibt die 'Ley Joaquín' voran, eine Initiative, die nach dem tragischen Tod von Joaquín Gatto entstand – einem 12-jährigen Jungen, der im Januar bei einem Fußballcamp in Neuquén von einem umgestürzten Tor erschlagen wurde. Das Projekt, das die ausdrückliche Unterstützung aller politischen Blöcke in der Stadtgesetzgebung hat, zielt darauf ab, unsichtbare Risiken in öffentlichen und privaten Räumen zu beseitigen, in denen Sport- und Freizeitaktivitäten stattfinden.

Die Initiative sieht Präventionsmaßnahmen, Aufklärung, Schulungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Anbringung von Hinweisschildern in Vereinen, Schulen, Plätzen, Parks und Sportplätzen vor. Sie betrifft nicht nur Fußballtore, sondern auch Tore für Futsal, Hockey, Rugby, Handball, Basketballkörbe, Volleyballpfosten, Spielplatzgeräte und ähnliche Ausstattungen.

Das Projekt unterscheidet drei Zielgruppen: Kinder und Jugendliche (mit klaren Informationen und altersgerechten visuellen Hilfen), Lehrer, Trainer und Koordinatoren (damit sie Mindeststandards für die Fürsorge festlegen) und Eigentümer, Betreiber und Konzessionäre der Einrichtungen (damit sie Risiken erkennen und vermeiden, ohne zusätzliche Bürokratie zu schaffen).

Das Projekt wurde zusammen mit den Eltern von Joaquín, Serena Campos Lobos und Adrián Gatto, sowie mit Verbänden von Stadtteilvereinen erarbeitet. Nach einem Treffen der Berater, bei dem die Unterstützung aller Kräfte bestätigt wurde, wird eine Verabschiedung in der nächsten Sitzung erwartet, allerdings gibt es noch kein konkretes Datum.

Die Strategie der LLA in der Stadt: Territorial mit nationalem Gewicht

Während die UCR Konsens erzielt, beschleunigt La Libertad Avanza ihre Präsenz in der Stadt mit einer klaren territorialen Strategie. An diesem Mittwoch führte Karina Milei, die Parteivorsitzende, einen Rundgang durch die Möbelfabrik Fontenla in Villa Lugano, zusammen mit der Abgeordneten Pilar Ramírez. Dabei sprachen sie mit den Inhabern (Roberto, Federico und Fernando Fontenla) über Industrieproduktion, Arbeitsplätze und Investitionshemmnisse. Das 1948 gegründete Unternehmen, das als kleiner Familienbetrieb begann, bietet heute rund 300 direkte Arbeitsplätze und wird von der zweiten und dritten Generation geführt.

Libertäre Rundgänge in CABA
  • Vorheriger Dienstag: Luis Caputo besuchte die Eisdiele Lucciano's in Las Cañitas zusammen mit Pilar Ramírez und CEO Christian Otero.
  • Mittwoch: Karina Milei besichtigte die Fabrik Fontenla in Villa Lugano.
  • Kommende: Weitere Rundgänge mit Diego Santilli und Alejandra Monteoliva sind geplant.

Bei beiden Besuchen warb Ramírez für ihr Gesetz zur Handelsfreiheit, das automatische Genehmigungen für risikoarme Aktivitäten, positive Verwaltungsstille, ein digitales Einheitsfenster und die Möglichkeit vorsieht, geringfügige Verstöße vor einer Schließung zu korrigieren. Die Initiative legt fest, dass die Stadtregierung 30 Werktage Zeit hat, um einen Antrag zu bearbeiten und fünf weitere Tage nach einer Warnung; wenn keine Antwort erfolgt, wird der Antrag automatisch genehmigt. Risikoreichere Aktivitäten (Apotheken, Gesundheitseinrichtungen, Diskotheken) sind ausgenommen.

Die UCR als Vermittler und das PRO in der Verteidigung ihres Territoriums

Der Radikalismus, mit Loupias an der Spitze, versucht eine Alternative zur nationalen Polarisierung aufzubauen. Sein Vermittlungsprofil erlaubte es ihm, Mauricio Macri in die Gesetzgebung zu bringen – vor der Weltmeisterschaft, das erste Mal, dass der ehemalige Regierungschef an einer politischen Veranstaltung teilnahm, ohne durch sein Amt dazu verpflichtet zu sein. Für 2027 hofft die UCR, sich fern von den Libertären und dem Kirchnerismus zu positionieren, mit der Absicht, in eine Stichwahl zu kommen, um die Regierung der Stadt zu erringen.

In der Zwischenzeit hat Pilar Ramírez die Möglichkeit eines sofortigen Abkommens mit dem PRO abgekühlt. In Aussagen gegenüber Radio Rivadavia fragte sie: 'Was für ein Bündnis – um uns bei Projekten zu unterstützen, die uns wichtig sind, oder nur um eine Wahl zu gewinnen?' und betonte, dass es noch 'sehr viel' zu besprechen gebe, bevor über Kandidaturen gesprochen werde. Obwohl sie 'programmatische Übereinstimmungen' mit dem PRO anerkannte, etwa die Verhinderung der Rückkehr des Kirchnerismus, betonte sie, dass konkrete politische Inhalte diskutiert werden müssten.

Was kommt als Nächstes

  • Ausstehende Reformen: Abschaffung der PASO-Vorwahlen in der Stadt, Basissetz der Stadt und Gesetz zur Handelsfreiheit.
  • 2027: Pilar Ramírez gilt als mögliche Kandidatin für das Amt der Stadtregierungschefin für die LLA, während das PRO Jorge Macri positioniert.
  • Ley Joaquín: Die Behandlung in der nächsten Sitzung der Stadtgesetzgebung wird erwartet.

Quellen: El Destape | Infobae | La Prensa