Präsident Javier Milei betont über das Büro für offizielle Antworten, dass seine Regierung die Obsession habe, alle Versprechen zu halten – im Gegensatz zu einer politischen Führung mit Geschichte unerfüllter Ankündigungen. Er bestätigt, dass die vor einem Jahr angekündigte makroökonomische Politik vollständig umgesetzt wurde.

Ein Versprechen, das nicht auf dem Papier blieb

Am 21. August 2026 um 21:14 Uhr veröffentlichte das Büro für offizielle Antworten der argentinischen Präsidentschaft eine Botschaft von Präsident Javier Milei. Darin bekräftigt er, dass das vor einem Jahr vorgestellte makroökonomische Programm „buchstabengetreu umgesetzt“ wurde. Die Botschaft lautet wörtlich: „Die Politik hat eine Geschichte unerfüllter Versprechen, aber diese Regierung hat die Obsession, alle zu erfüllen.“

Dieser Tweet bezieht sich auf die Ankündigung aus dem August 2025. Damals hatte Milei einen Plan zur Haushaltskonsolidierung, zur Kontrolle des Defizits und zur Währungsreform vorgestellt, die den Kurs seiner Regierung bestimmten. Ein Jahr später verkündet er nun, dass diese Ziele vollständig erreicht wurden – ohne im Tweet konkrete Zahlen zu nennen.

Kontext: Die Versprechen von 2025 und ihre Umsetzung

Im Wahlkampf 2023 hatte der Kandidat der libertären Partei La Libertad Avanza versprochen, die Geldschöpfung zu beenden, die Kapitalverkehrskontrollen („Cepo“) abzuschaffen und einen doppelten Haushaltsüberschuss zu erreichen. Nach seiner Amtsübernahme im Dezember 2023 trieb er im Jahr 2024 eine radikale Deregulierung und tiefe Einschnitte im Staatshaushalt voran. Im August 2025, während der Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), präsentierte er offiziell seine mittelfristige makroökonomische Linie.

Nach offiziellen Angaben umfasst dieser Fahrplan den strukturellen Haushaltsausgleich, eine Reform des öffentlichen Sektors und den Verzicht auf die monetäre Finanzierung des Finanzministeriums. Der Tweet des Antwortbüros greift diese Punkte auf und betont, dass alle Ziele erfüllt seien – konkrete Zahlen enthält er nicht.

Die traditionelle politische Klasse als Vergleichsmaßstab

In der Botschaft richtet Milei eine deutliche Spitze gegen die traditionellen Politikmerker: „gegenüber einer Führung mit der Historie gebrochener Versprechen“. Das ist Teil seines Narrativs, das er gegen diejenigen aufbaut, die seine Schockmaßnahmen und den sozialen Einschnittkritisiert haben.

Die Regierung versucht damit die Erzählung „Die Regierung, die hält“ zu verankern. Beobachter weisen darauf hin, dass dieser Schritt mit dem kommenden Wahljahr zusammenhängt. In jüngsten Umfragen liegt die Zustimmung für Mileis Wirtschaftskurs bei einer schwachen Mehrheit, während gleichzeitig die Inflation und die Reallohnverluste viele Bürger beschäftigen.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Präsident kündigte in dem Schreiben keine neuen Maßnahmen an. Er beschränkt sich darauf, das Erreichte zu feiern und den Gegensatz zu „Politikern, die nicht halten, was sie sagen“ zu betonen. Mit dem Tweet startet das Kommunikationsteam offenbar eine Initiative, um das Bild von der Erfüllung aller Wahlversprechen weiter zu vertreten.

Ökonomen sehen die Tragfähigkeit der eingeschlagenen Politik als entscheidend an. Die Regierung setzt darauf, mit den nächsten Fiscal- und Währungsdaten die Botschaften der nun Vollendung zu untermauern.

„Die Politik hat eine Geschichte gebrochener Versprechen, aber diese Regierung hat die Obsession, alle zu erfüllen.“
— Präsident Javier Milei
via Büro für offizielle Antworten