Präsident Javier Milei intensiviert seine legislative Agenda mit Blick auf den Haushalt 2027 und eine ambitionierte Wahlreform. Inmitten von Inflationsbekämpfung und geopolitischen Neuausrichtungen strebt die Regierung eine wirtschaftliche Stabilisierung an, während sie gleichzeitig mit internen Spannungen im Kongress und in der Führungsebene kämpft.

Legislative Agenda und politische Strategie

Der argentinische Präsident hat sein Kabinett und die Abgeordneten von La Libertad Avanza (LLA) – seiner libertären Partei – zusammengerufen, um den wirtschaftlichen Plan aktiv zu verteidigen. Im Zentrum stehen folgende Punkte:

  • Haushalt 2027: Das zentrale Instrument für die Finanzplanung des kommenden Jahres.
  • Wahlreform: Die Regierung plant die Abschaffung der PASO. (Info: Die PASO sind obligatorische Vorwahlen, die in Argentinien dazu dienen, das Feld der Kandidaten vor der Hauptwahl zu reduzieren). Dies wird teilweise als Vorbereitung für eine mögliche Wiederwahl interpretiert.
  • Nationale Souveränität: Ein neues Gesetz zu den Falklandinseln (Malvinas), um den territorialen Anspruch Argentiniens zu stärken.
  • Ficha Limpia: Ein Gesetz zur Integrität von Politikern, um Konsens mit anderen legislativen Partnern zu finden.
Wirtschaftsindikatoren 2026

Berichten zufolge könnte Argentinien eine signifikante Verlangsamung der Inflation erleben:

Indikator Wert/Daten
Inflation (August) 1,7%
Kumuliert (Jan-Aug) 21,3%
Aktuelle Armut 28%
BIP-Prognose 2026 ~2%

*Das BIP-Wachstum läge damit unter den ursprünglich von der Regierung prognostizierten 5%.

Arbeitsmarkt und Aktivität

Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild:

Rückgänge
  • Privatsektor-Beschäftigung: -3,6% im Vergleich zu 2023.
  • Öffentlicher Sektor: Kürzung von 86.000 Stellen.
  • Industrie und Bauwesen: 10% niedriger als zu Beginn der Amtszeit.
Wachstum
  • Starke Sektoren: Bergbau, Kohlenwasserstoffe und Landwirtschaft.
  • Deregulierung: Abschaffung von 17.000 Normen zur Bürokratieabbau.

Geopolitik und strategische Allianzen

USA

Enge Abstimmung mit der Trump-Administration. Es wird ein Currency Swap (Währungstausch) von 20 Milliarden USD sowie Käufe von Pesos durch das US-Finanzministerium erwähnt.

China

Ein pragmatischer Handelsansatz mit der Verlängerung eines Swaps über 19 Milliarden USD.

Brasilien

Diplomatische Spannungen mit Präsident Lula da Silva, was zum Abzug des brasilianischen Botschafters führte.

Interne Spannungen und Ausblick

Das politische Klima im Inneren bleibt volatil. Es wird über eine vollständige Zerrüttung der Beziehung zur Vizepräsidentin Victoria Villarruel berichtet. Zudem plant die Regierung, die Position des Zentralbankchefs Santiago Bausili rechtlich abzusichern, was im Widerspruch zu ursprünglichen Wahlversprechen über die Institution steht.

Mit Blick auf 2027 verschiebt sich die Sorge der Wähler weg von der Inflation hin zu Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen. Als potenzielle politische Gegner werden Namen wie Axel Kicillof, Sergio Massa und Myriam Bregman genannt.

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