Die politische Landschaft Spaniens bebt erneut. Der Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die drastische Entscheidung getroffen, vorzeitige Parlamentswahlen für den 29. November anzuberaumen. Auslöser war das Scheitern von Regierungsdekreten zum Thema Wohnraum, ein legislativer Schlag, der die Exekutive faktisch handlungsunfähig machte.
Kontext für internationale Leser: Das spanische System
In Spanien wird die Regierung durch das Congreso de los Diputados (Abgeordnetenhaus) legitimiert. Da es sich um ein proportionales System handelt, sind oft Koalitionen notwendig, was die politische Stabilität bei fehlenden Mehrheiten gefährdet.
Obwohl das Abgeordnetenhaus weiterhin über insgesamt 350 Sitze verfügt, haben sich die Spielregeln leicht verschoben. Laut Daten des Boletín Oficial del Estado (BOE) – dem offiziellen Staatsanzeiger Spaniens – wurde die Verteilung der Repräsentanten zwischen den Provinzen aufgrund demografischer Veränderungen seit Juli angepasst.
Der entscheidende Faktor:
Madrid stärkt seine Position und gewinnt einen Sitz hinzu (insgesamt nun 38), angetrieben durch einen Sprung von 30,4 % im Wahlregister der im Ausland lebenden Spanier (CERA). Im Gegenzug ist Cádiz die einzige Provinz, die an Repräsentation verliert und von neun auf acht Abgeordnete sinkt.
Verteilung der Sitze für die nächste Regierung
Weitere Sitzverteilung:
- 7 Sitze: Asturias, Granada, Pontevedra, Santa Cruz de Tenerife und Zaragoza.
- 6 Sitze: Almería, Córdoba, Guipúzcoa, Gerona, Tarragona und Toledo.
- 5 Sitze: Badajoz, Huelva, Cantabria, Castellón, Ciudad Real, Jaén, Navarra und Valladolid.
- 4 Sitze: Albacete, Álava, Burgos, Cáceres, León, Lérida, Lugo, Orense, La Rioja und Salamanca.
- 3 Sitze: Ávila, Cuenca, Guadalajara, Huesca, Palencia, Segovia, Teruel und Zamora.
- 1 bis 2 Sitze: Soria (2), Ceuta (1) und Melilla (1).
Quelle: BOLETÍN OFICIAL DEL ESTADO