28/07/2026 07:30 - Salud
Prostatakrebs, einer der häufigsten Tumore bei Männern, erlebt einen Paradigmenwechsel dank der fokalen Therapie, einer Technik, die nur das Tumorgewebe zerstört, ohne die gesamte Drüse zu entfernen.
Forscher des Imperial College London und des Imperial College Healthcare NHS Trust haben ermutigende Ergebnisse vorgelegt, nachdem sie 3.477 Patienten im Vereinigten Königreich zehn Jahre lang begleitet hatten. Die in der Fachzeitschrift European Urology veröffentlichte Studie analysierte Fälle, die zwischen 2004 und 2024 in 14 Krankenhäusern behandelt wurden.
Die fokale Therapie ist ein minimalinvasiver Ansatz, der mit der Entwicklung der Brustkrebsbehandlung vergleichbar ist, bei der man von aggressiven Operationen zur Erhaltung von gesundem Gewebe überging. Sie nutzt Technologien wie:
Dieser Ansatz richtet sich an Patienten mit kleinen, lokalisierten Tumoren (mittleres oder hohes Risiko), einer Gruppe, die zwischen 30% und 40% der jährlichen Diagnosen ausmacht.
Der Hauptvorteil dieser Therapie ist, dass sie das Risiko von Harninkontinenz, erektiler Dysfunktion und rektalen Problemen im Vergleich zur radikalen Prostatektomie oder traditionellen Strahlentherapie um bis zu fünfmal reduziert. Durch die Schonung des gesunden Prostatagewebes bleiben die Harn- und Sexualfunktionen weitgehend erhalten.
„Es ist die größte und langwierigste Forschung, die die Wirksamkeit der fokalen Therapie für ein breites Patientenspektrum belegt.“
In Argentinien, wo jährlich zwischen 11.000 und 12.800 neue Prostatakrebsfälle diagnostiziert werden, ist diese Therapie bereits Realität. Auf dem internationalen Kongress UROVIVO 2025, der im Hospital de Clínicas José de San Martín stattfand, wurde die auf Mikrowellen basierende TMA-Technik vorgestellt.
Laut Dr. Norberto Bernardo, Leiter der Urologie am Hospital de Clínicas, wird der Eingriff unter Sedierung durchgeführt, dauert etwa eine Stunde und der Patient bleibt zwischen zwei und vier Stunden stationär, was eine schnelle Genesung ermöglicht.
Spezialisten wie Dr. Ezequiel Becher und Dr. Marcelo Borghi sind sich einig, dass die internationale Evidenz die Akzeptanz dieser Alternative stärkt, die von einem Zukunftsvorschlag zu einer konkreten, gegenwärtigen Option für argentinische Patienten geworden ist.
Alfredo S. Quiroga