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Prinzessin-Mettes Sohn zu 4 Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt

15/06/2026 13:41 - Internacionales

Tribunal de justicia moderno con bandera noruega ondeando, edificio gubernamental nórdico con arquitectura contemporánea, ambiente serio y formal representando el sistema judicial

Ein Urteil mit enormer Tragweite für Norwegens Königshaus

Das Bezirksgericht Oslo fällte am Montag ein hartes Urteil gegen Marius Borg Høiby. Der 29-Jährige, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, muss für vier Jahre ins Gefängnis. Das Gericht sprach ihn in zwei von vier Anklagepunkten der Vergewaltigung schuldig – und verurteilte ihn zusätzlich wegen Körperverletzung gegen seine ehemalige Freundin Nora Haukland.

Hintergrund für deutsche Leser: Marius Borg Høiby ist kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses. Seine Mutter Mette-Marit brachte ihn aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe mit Kronprinz Haakon. Anders als in Deutschland, wo die Monarchie 1918 abgeschafft wurde, ist Norwegen eine konstitutionelle Monarchie. König Harald V. steht als Staatsoberhaupt dem Land vor – sein Sohn Haakon ist Kronprinz und Thronfolger.

Die Anklagepunkte im Überblick

  • Bewiesene Taten: 2 Vergewaltigungen (von 4 angeklagt)
  • Erste Tat: Auf Gut Skaugum bei Oslo (2018)
  • Zweite Tat: Wohnung in Oslo (März 2024)
  • Weitere Verurteilung: Körperverletzung an Nora Haukland
  • Entschädigung: Ca. 68.300 USD an vier Frauen

Strafmaß im Vergleich

InstanzForderung
Staatsanwaltschaft7 Jahre 7 Monate
Verteidigung18 Monate
Endgültiges Urteil4 Jahre

Die Verteidigung kann Berufung einlegen.

Die Beweise und der Tatverlauf

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Høiby zwei Frauen vergewaltigte, die zum Zeitpunkt der Tat schliefen oder handlungsunfähig waren. Als Beweismittel dienten unter anderem Videos, die der Angeklagte selbst aufnahm – sie zeigten die Penetration der Opfer in hilflosem Zustand.

Die erste Tat ereignete sich 2018 auf dem Gut Skaugum, dem privaten Anwesen des Kronprinzen etwa 21 Kilometer südwestlich von Oslo. Die zweite fand im März 2024 in einer Osloer Wohnung statt.

Wissenswert: Skaugum ist seit 1929 der offizielle Wohnsitz des norwegischen Kronprinzenpaars. Das Anwesen gehört dem norwegischen Staat und wird der königlichen Familie zur Verfügung gestellt – vergleichbar mit Schloss Bellevue in Berlin, Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten.

Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde Høiby freigesprochen: wegen einer Begegnung in einem Osler Hotel (November 2024) und eines Vorfalls auf den Lofoten-Inseln (2023).

Schadensersatz für die Opfer

Das Gericht verpflichtete Høiby zur Zahlung von insgesamt ca. 68.300 US-Dollar an vier betroffene Frauen:

200.000 norwegische Kronen
(ca. 17.500 Euro) an erstes Vergewaltigungsopfer

170.000 norwegische Kronen
(ca. 15.000 Euro) an zweites Vergewaltigungsopfer

100.000 Kronen (9.200 Euro)
an Ex-Freundin Nora Haukland

Zusätzlich verhängte das Gericht eine Kontakt- und Näherungsverbot für zwei Jahre gegenüber einer geschützten Zeugin, deren Identität nicht öffentlich wurde.

Wer ist Marius Borg Høiby?

Marius Borg Høiby wurde 1997 geboren – als Sohn von Mette-Marit und Morten Borg. Als Mette-Marit 2001 Kronprinz Haakon heiratete, war Marius vier Jahre alt. Er wuchs im Königshaus auf, trägt aber keinen königlichen Titel und hat keine offiziellen Pflichten.

In norwegischen Medien galt er lange als "Prinz ohne Krone" – ein Mann im Schatten der Monarchie, der dennoch im Rampenlicht stand. Der Prozess beendete dieses Bild abrupt.

Kultureller Kontext: Die norwegische Monarchie genießt traditionell hohes Ansehen. Die skandinavische Königshaus-Presse ist intensiv, aber respektvoll. Dieser Fall markiert einen Bruch: Zum ersten Mal steht ein enger Verwandter des Thronfolgers wegen schwerer Straftaten vor Gericht.

Die Krise der Kronprinzessin

Das Urteil trifft Kronprinzessin Mette-Marit in einer ohnehin schwierigen Lage. Die 51-Jährige leidet an idiopathischer Lungenfibrose – einer unheilbaren Lungenerkrankung. Seit 2024 steht sie auf der Warteliste für eine Lungentransplantation.

Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich kontinuierlich. Anträge ihres Sohnes auf Hafturlaub, um Zeit mit ihr zu verbringen, wurden vom Gericht abgelehnt.

Kurz vor Prozessbeginn wurde zudem bekannt, dass Mette-Marit zwischen 2011 und 2014 eine Freundschaft mit Jeffrey Epstein pflegte – dem verurteilten Sexualstraftäter, der 2019 im Gefängnis starb. Dies beschädigte das Ansehen der Monarchie zusätzlich.

Weitere geständene Straftaten

Neben den Sexualdelikten gestand Høiby während des Verfahrens weitere Vergehen: Drogenbesitz, Fahren ohne Fahrerlaubnis bei überhöhter Geschwindigkeit, mehrfache Verletzung von Kontaktverboten, rücksichtsloses Verhalten und sexuell belästigendes Verhalten. Diese Taten wurden bei der Strafbemessung berücksichtigt.

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