18/06/2026 03:34 - Internacionales
Políticos conservadores iberoamericanos en conferencia de prensa conjunta, banderas de España y Colombia al fondo, ambiente institucional, iluminación profesional
Der ehemalige Präsident der spanischen Regierung, Mariano Rajoy, kündigte öffentlich seine Unterstützung für die Kandidatur von Abelardo de la Espriella anlässlich der Präsidentschaftsstichwahl in Kolumbien an. Rajoy, der Spanien zwischen 2011 und 2018 regierte, war jahrzehntelang Mitglied der Partido Popular (PP), der wichtigsten Mitte-Rechts-Kraft in diesem Land.
In einem am 16. Juni 2026 verbreiteten Video erklärte der ehemalige spanische Staatschef: „Abelardo de la Espriella hat ein Engagement unterzeichnet, das ich mittrage: für die Demokratie, für die Legalität, für die private Initiative und für den Sinn des Landes. Deshalb unterstütze ich ihn. Und ich bitte alle Kolumbianer, dies ebenfalls zu tun.“
In vielen lateinamerikanischen Ländern, darunter Kolumbien, wird der Präsident in zwei Wahlgängen ermittelt. Wenn im ersten Durchgang kein Kandidat mehr als 50% der Stimmen erreicht, findet eine Stichwahl (auf Spanisch „balotaje“) zwischen den zwei bestplatzierten Kandidaten statt. Dieses System ähnelt der französischen Präsidentschaftswahl.
Rajoy ist derzeit Mitglied der Grupo Libertad y Democracia, eines politischen Forums, das ehemalige iberoamerikanische Staatschefs der Rechten und Mitte-Rechten vereint. Zu seinen Mitgliedern gehört auch der ehemalige kolumbianische Präsident Iván Duque, der kürzlich seine Unterstützung für Keiko Fujimori in der zweiten Präsidentschaftswahlrunde in Peru ankündigte.
Diese internationale Gruppe hat sich als Plattform zur politischen Koordination zwischen konservativen Führern des Kontinents etabliert und sich als Raum für Wahl- und Strategiekoordination konsolidiert.
Der kolumbianische Kandidat hat bedeutende Unterstützung von internationalen politischen Führern erhalten. Die relevanteste stammt vom Präsidenten Donald Trump, der De la Espriella seine „vollständige Unterstützung“ gewährte. Der US-Präsident führt eine aktive Kampagne für ideologisch nahestehende Kandidaten in Lateinamerika und Europa.
| Persönlichkeit | Amt/Land |
|---|---|
| Donald Trump | Präsident der USA |
| Giorgia Meloni | Ministerpräsidentin Italiens |
| Daniel Noboa | Präsident Ecuadors |
| Nasry Asfura | Präsident Honduras |
| Javier Milei | Präsident Argentiniens |
| José Antonio Kast | Oppositionsführer Chiles |
| Mariano Rajoy | Ehemaliger Präsident Spaniens |
Für deutsche Leser ist Javier Milei vielleicht weniger bekannt: Er ist der aktuelle Präsident Argentiniens (seit Dezember 2023), ein libertärer Ökonom und ehemaliger Fernsehmoderator, der mit seinem provokanten Stil und radikalen wirtschaftspolitischen Vorschlägen international Aufmerksamkeit erregte. Er wird oft mit populistischen Bewegungen in Europa verglichen.
Vor der ersten Wahlrunde traf De la Espriella zweimal mit María Corina Machado zusammen, der Führerin der venezolanischen Opposition und Friedensnobelpreisträgerin. Diese Treffen stärken die Verbindungen des kolumbianischen Kandidaten zu den demokratischen Kräften der Region.
Im Januar 2026 trat De la Espriella formell dem Foro de Madrid bei, nach einem Treffen mit Sektoren der spanischen Ultrarechten. Diese internationale Gruppe, zu der Persönlichkeiten wie Javier Milei und José Antonio Kast gehören, kritisiert, was sie als „Entführung“ des Kontinents durch „kommunistische Regime“ bezeichnet.
Bei derselben Gelegenheit traf der kolumbianische Kandidat Santiago Abascal, spanischer Abgeordneter und Führer der Ultrarechts-Partei VOX. Für den deutschen Kontext: VOX ist eine 2013 gegründete konservative Partei, die für ihre harte Position in Fragen wie Einwanderung und nationale Einheit bekannt ist.
Kolumbien bereitet sich auf die Präsidentschaftsstichwahl vor, die den Nachfolger von Gustavo Petro bestimmen wird. Petro ist der erste linke Präsident in der Geschichte Kolumbiens (seit 2022). Die zweite Runde stellt Abelardo de la Espriella gegen Iván Cepeda, in einer Wahl, die das Land zwischen zwei entgegengesetzten wirtschaftlichen und sozialen Modellen polarisiert.
Quelle: La Silla Vacía
Alfredo S. Quiroga