18/06/2026 09:21 - Actualidad
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Die ersten Anhörungen im Prozess um das Verschwinden von Loan Danilo Peña haben nicht nur prozessuale Fortschritte gebracht. Sie haben auch durch minimale Gesten und aufschlussreiches Verhalten gezeigt, wie jeder der Angeklagten das Justizverfahren durchlebt, das über ihr Schicksal entscheiden könnte.
Der Prozess findet im Escuadrón N°48 der Gendarmería Nacional in Corrientes statt. Für deutsche Leser ist es wichtig zu verstehen, dass die Gendarmería eine argentinische Sicherheitskraft mit militärischem Charakter ist, ähnlich der französischen Gendarmerie, die oft bei sensiblen Verfahren Sicherheitsaufgaben übernimmt. Das Tribunal besteht aus den Richtern Fermín Ceroleni, Eduardo Belforte und Simón Pedro Bracco. Die Anklagevertretung liegt bei Carlos Schaefer und Tamara Pourcel.
Der ehemalige Polizeichef, der als Sekundärteilnehmer angeklagt ist, blieb während der ersten Anhörung konzentriert. Ohne Handschellen und mit gesenktem Blick schrieb er ständig in ein grünes Notizbuch, scheinbar unbeeindruckt von seiner Umgebung.
Die Tante von Loan, eine zentrale Figur des Falls, steht dem Prozess mit beeinträchtigter Gesundheit gegenüber. Laut ihrer Anwältin Mónica Chirivín leidet sie seit dem Sonntag vor den Anhörungen unter hohem Blutdruck.
In einer Pause reichte ihr der Anwalt Rodolfo Baqué Süßigkeiten und Essen.
Carlos Pérez und María Victoria Caillava zeigten eine bewusste Distanz zu Laudelina Peña. Sie gaben ihr mehrfach den Rücken zu und vermieden Blickkontakt, was den Bruch zwischen denen zeigt, die die Staatsanwaltschaft als Mittäter betrachtet.
Ramírez zeigte während mehrerer Abschnitte einen herausfordernden Blick und sprach leise mit seinen Anwälten. Benítez hingegen zeigte einen Haltungswechsel: von gesenktem Kopf am ersten Tag aufrecht und aufmerksam am zweiten Tag.
Am Ende eines Prozesstages stieß der Bus, der die Häftlinge transportierte, gegen einen Baum, als er das Gendarmerie-Gelände verließ. Der rechte Außenspiegel brach ab, aber es gab keine Verletzten.
Esteban Federico Rossi Colombo, wegen Falschaussage und Urkundenfälschung angeklagt, erschien nicht zur ersten Anhörung. Er wurde für abwesend erklärt ('en rebeldía'), und es wurde ein Haftbefehl erlassen. Hinweis: 'Rebeldía' im argentinischen Recht bedeutet, dass das Verfahren trotz Abwesenheit weitergeht und die Person gesucht wird.
Stunden später erschien er per Zoom aus Tucumán mit einer neuen Pflichtverteidigerin: Juliana Machado, der das Tribunal 72 Stunden Vorbereitungszeit gewährte.
Die Frau, die Loan zum Orangenhain begleitete, schaltete sich per Videoanruf aus Neuquén zu, wo sie unter Hausarrest steht ('tobillera electrónica' - elektronische Fußfessel). Ihre Teilnahme hatte technische Schwierigkeiten: Das Tribunal musste sie mehrfach ermahnen.
Das Tribunal setzte die für Donnerstag geplante Anhörung aus, damit sich die Verteidigung von Rossi Colombo vorbereiten kann. Der Prozess wird am Mittwoch, den 24. Juni, um 9 Uhr morgens fortgesetzt.
Der Anwalt Rodolfo Baqué hatte verbale Auseinandersetzungen mit den Staatsanwälten. Während der zweiten Sitzung hinterfragte er Schaefers Kompetenzen und sagte zur Staatsanwältin Pourcel: 'Ich weiß nicht, wer diese Dame ist, die mit mir spricht', was ihre Rolle minimierte.
Diese Situationen könnten zu disziplinarischen Maßnahmen oder Vorwürfen wegen Gendergewalt führen.
| Verschwinden: | 13. Juni 2024 |
| Ort: | Algarrobal, Corrientes |
| Angeklagte: | 17 |
| Zeugen: | Mehr als 170 |
| Geschätzte Dauer: | Mehr als 4 Monate |
Alfredo S. Quiroga