23/06/2026 18:49 - Economia
Das Instituto Nacional de Estadística y Censos (INDEC) – Argentiniens nationales Institut für Statistik und Volkszählung – hat die neuesten Daten zur Arbeitsmarktlage veröffentlicht. Im ersten Quartal 2026 belief sich die Arbeitslosenquote auf 7,8 %. Das bedeutet einen leichten Rückgang von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2025 (7,9 %).
Für internationale Beobachter ist wichtig zu verstehen: Obwohl die Arbeitslosigkeit sank, ist dies kein Zeichen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes. Der Rückgang geht mit einer Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse einher.
Leichter Rückgang, aber 1,7 Millionen Menschen sind weiterhin ohne formelle Arbeit.
Starker Anstieg: Mehr als 4 von 10 Arbeitnehmern haben keine Sozialversicherung.
Ein besorgniserregender Trend ist der Anstieg der Informalität. In Argentinien bedeutet dies, dass Arbeitnehmer weder Rentenbeiträge noch Krankenversicherungsschutz haben. Die Rate stieg von 42 % im Jahr 2025 auf 44,2 % im Jahr 2026. Gleichzeitig stieg die Unterbeschäftigung um 1,1 Punkte – das sind Personen, die weniger als 35 Stunden pro Woche arbeiten, aber mehr arbeiten möchten.
Das Land ist regional sehr unterschiedlich betroffen. Besonders hart traf es industrielle Zentren und Ballungsgebiete:
Es gibt eine interessante Diskrepanz nach Alter:
Dies deutet darauf hin, dass der Markt vermehrt auf jüngere, oft günstigere Arbeitskräfte zurückgreift, während erfahrene Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, sich im Markt zu behaupten.
Datenquelle: INDEC, auf Grundlage der Encuesta Permanente de Hogares (EPH), erstes Quartal 2026.
Alfredo S. Quiroga