23/06/2026 22:38 - Economia
Das Landesrisiko (Risk País) stieg am 23. Juni 2026 auf 433 Basispunkte, nachdem es zuvor ein Acht-Jahres-Tief erreicht hatte. Der Indikator addierte 12 Einheiten. Dieser Anstieg spiegelt die Empfindlichkeit gegenüber einem schwierigen internationalen Umfeld wider. Anleger reagierten auf globale Verkäufe und die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank.
Für Ausländer ist es wichtig zu wissen, dass es in Argentinien mehrere Wechselkurse für den US-Dollar gibt:
Der Begriff „Landesrisiko“ oder „Country Risk“ bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass ein Land seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Der Indikator misst den Renditeunterschied zwischen den Anleihen des jeweiligen Landes und risikolosen Referenzanleihen (normalerweise US-Staatsanleihen). Eine höhere Punktzahl bedeutet ein höheres Ausfallrisiko für Investoren. Argentinien war zuvor auf 425 Basispunkte gefallen, dem niedrigsten Stand seit April 2018.
Der Tag verlief negativ für die Weltmärkte. Der US-Tech-Index Nasdaq fiel um 3,3%, der breite S&P 500 gab um 1,5% nach. In Asien stürzte der südkoreanische Kospi um beeindruckende 10% ab. Die argentinischen Aktien an der Wall Street – sogenannte ADRs – waren besonders betroffen: Edenor fiel um 4,4%, gefolgt von Grupo Financiero Galicia (-3,7%), Macro (-3,4%) und Transportadora Gas del Sur (-3,4%). Der lokale Index S&P Merval verlor 0,9% in Pesos und 2,5% in Dollar (gemessen am „Contado con Liquidación“).
Trotz des Anstiegs bleibt das Landesrisiko auf historisch niedrigen Niveaus für argentinische Verhältnisse. Der Finanzexperte Gustavo Ber merkte an, dass argentinische Anleihen im Vergleich zu anderen Märkten besser standhielten und nur durchschnittlich 0,4% verloren. Zudem verfolgen Analysten Fortschritte bei der Finanzierung mit Garantien internationaler Organisationen, was als möglicher Vorläufer für eine Rückkehr an die internationalen Kapitalmärkte gesehen werden könnte – ein positives Signal für die langfristige Finanzierung des Landes.
Ein schwieriges internationales Umfeld, getrieben von der US-Notenbank und fallenden Technologieaktien, belastete die argentinischen Märkte. Dennoch bleibt das Landesrisiko vergleichsweise niedrig, was auf eine gewisse Anlegerzuversicht in die Solvenz des Landes hindeutet. Der Dólar blue zeigt mit einem Stand von $1.505 die anhaltende Inflationsdynamik, bietet aber im Kontext der letzten Monate eine gewisse Stabilität.
Alfredo S. Quiroga