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Karina Milei und Santilli übernehmen Kontrolle über Senatsfraktion und schränken Bullrichs Macht ein

25/06/2026 03:13 - Politica

Die Casa Rosada bremst Bullrich aus

Die Casa Rosada (der argentinische Präsidentenpalast) hat eine Entscheidung getroffen, die das Machtgleichgewicht innerhalb der Regierungskoalition verändert: die Intervention der Leitung der Senatsfraktion, die bisher unter dem Kommando von Patricia Bullrich stand. Die Maßnahme wurde nach dem Treffen am Dienstag, den 24. Juni 2026 zwischen dem Kabinettschef Manuel Adorni und den libertären Senatoren konkretisiert, wobei beschlossen wurde, eine WhatsApp-Gruppe zur Koordinierung der Fraktion zu erstellen, die direkt von Karina Milei und Diego Santilli kontrolliert wird.

Wie zwei Quellen aus dem Kongress gegenüber La Política Online bestätigten, ist das Ziel, Bullrich „die Strenge der Führung der Casa Rosada spüren zu lassen“. Die ehemalige Sicherheitsministerin, die die Fraktionsführung mit der Parole „In den Senad kommen sie nicht“ übernahm, stellte fest, dass Diego Santilli und Eduardo Lule Menem bereits während der außerordentlichen Sitzungen und der Diskussion zur Arbeitsreform mit den Verbündeten verhandelten.

Was bedeutet diese Intervention?

Diese Entscheidung hat mehrere politisch relevante Aspekte:

  • Direkte Kontrolle durch Karina Milei: Die Schwester von Präsident Javier Milei wird direkten Einfluss auf die legislativen Entscheidungen der Regierungskoalition haben.
  • Rolle von Diego Santilli: Der ehemalige Vizebürgermeister von Buenos Aires würde sich als Schlüsseloperator im Kongress konsolidieren.
  • Verlust der Autonomie Bullrichs: Die Fraktionsvorsitzende würde ihre Entscheidungsbefugnisse innerhalb der Fraktion eingeschränkt sehen.
  • Koordination mit Verbündeten: Der Unterstaatssekretär für Strategische Angelegenheiten, Ignacio Devitt, schlug vor, dasselbe Schema mit den legislativen Verbündeten anzuwenden.

Ein libertärer Senator, der an dem Treffen mit Adorni teilnahm, äußerte seine Besorgnis: „Wenn sie eine weitere Gruppe extern erstellen, ist es bereits zu viel“, mit Bezug darauf, dass bereits ein Chat der libertären Senatoren existiert.

Schutzmaßnahmen von Bullrich

Angesichts dieses Vorgehens der Regierung blieb Patricia Bullrich nicht untätig. Am Mittwoch suchte sie mit öffentlichen Unterstützungsbekundungen Schutz von zwei Schlüsselfiguren der Regierungskoalition: Federico Sturzenegger, Präsident der Zentralbank, und Luis Petri, Verteidigungsminister.

Diese interne Spannung kommt zu anderen Konflikten hinzu, die Bullrich bereits innerhalb des libertären Raums hatte. Zuvor hatten libertäre Abgeordnete ihre Haltung kritisiert: „Wir haben es satt, deine Positionen über Twitter zu erfahren“, sagten sie in einem Fraktionstreffen.

Kontext: Misstrauensantrag gegen Adorni

Dieses politische Manöver findet inmitten des als AdorniGate bekannten Skandals statt. Manuel Adorni wird ein Vermögenszuwachs von 775% (von 20 Millionen auf 944 Millionen Pesos laut Anzeigen) vorgeworfen. Ein Misstrauensantrag hat 120 der 129 benötigten Unterschriften gesammelt.

Die für Mittwoch, den 25. Juni 2026 angesetzte Befragungssitzung scheiterte wegen fehlenden Quorums (117 Anwesende von 129 benötigten). PRO, UCR und Provinzblöcke gewährten kein Quorum nach einer Vereinbarung mit Martín Menem.

Adorni muss sich am 2. Juli 2026 im Senat präsentieren. Richter Ariel Lijo führt die Untersuchung.

Wichtige Daten

Datum des Treffens: 24. Juni 2026

Teilnehmer: Manuel Adorni mit libertären Senatoren

Maßnahme: WhatsApp-Gruppe unter Kontrolle von Karina Milei und Diego Santilli

Ziel: Intervention der Regierungssenatsfraktion

Quelle: La Política Online

Beteiligte Personen

  • Karina Milei: Generalsekretärin der Präsidentschaft
  • Diego Santilli: Ehemaliger Vizebürgermeister von Buenos Aires
  • Patricia Bullrich: Vorsitzende der Regierungssenatsfraktion
  • Manuel Adorni: Kabinettschef
  • Eduardo Lule Menem: Unterstaatssekretär und politischer Operator
  • Juan Carlos Pagotto: Libertärer Senator für La Rioja

Hintergrund: Der Misstrauensantrag in Argentinien

Die argentinische Verfassung von 1994 legt in ihrem Artikel 101 die Figur des Misstrauensantrags fest, der jeder der beiden Kammern ermöglicht, den Kabinettschef mit der absoluten Mehrheit abzuberufen. Im Gegensatz zum Amtsenthebungsverfahren ist die Zensur ein streng politisches Instrument, das keine nachweisbare Pflichtverletzung erfordert, sondern nur den Verlust des parlamentarischen Vertrauens.

Wie eine Meinungsäußerung in El Día anmerkt, war der Mechanismus in der argentinischen Praxis jedoch dekorativ, weil er Mehrheiten erfordert, die kein Oppositionsblock stabil zusammengebracht hat. In europäischen Parlamentsregimen gefährdet die Zensur den Exekutiv selbst, aber in Argentinien bleibt der Präsident im Amt und ernennt einfach einen Nachfolger.

Kontext für deutschsprachige Leser: Patricia Bullrich ist eine bedeutende Figur im konservativen politischen Spektrum Argentiniens und war Sicherheitsministerin unter Präsident Mauricio Macri (2015-2019). Nach dem Sieg von Javier Milei bei den Präsidentschaftswahlen 2023 schloss sie sich seiner Koalition an. Karina Milei, die Schwester des Präsidenten, hat eine einflussreiche Rolle in der Regierung und wird oft als „die starke Frau“ hinter der Führung betrachtet.

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