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Gewalttätige Proteste in La Plata: 19 Festnahmen nach Brand vor dem Rathaus

26/06/2026 21:10 - Politica

Der Freitagmorgen des 26. Juni 2026 begann mit starker Spannung in La Plata, wo eine Protestdemonstration von Genossenschaftsmitgliedern vor dem Palacio Municipal (Rathaus) zu schweren Ausschreitungen führte. Ein Feuer wurde am Eingang des Gebäudes entfacht und Fensterscheiben wurden zerstört. Die Polizei nahm 19 Personen fest und fünf Beamte erlitten leichte Verletzungen.

Der Konflikt entstand durch die Entscheidung der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Julio Alak, das System der Auftragsvergabe für städtische Instandhaltungsdienste (Reinigung von Gräben, Rasenmähen und Straßenkehrung) zu ändern. Die Stadtverwaltung kündigte eine öffentliche Ausschreibung anstelle der direkten Auftragsvergabe an Genossenschaften an, die seit 2011 praktiziert wurde.

Details des Vorfalls

Vor 10:00 Uhr versammelten sich Demonstranten auf der Plaza Moreno und blockierten die Straße 12 zwischen 51 und 53. Obwohl der Protest friedlich begann, versuchte eine Gruppe am Ende der Veranstaltung, in das städtische Gebäude einzudringen.

  • Brand: Reifen wurden am Haupteingang verbrannt.
  • Schäden: Zerstörung von Fenstern und Glasscheiben durch Steinwürfe.
  • Festnahmen: 19 Personen mit Verbindungen zu Sozialorganisationen.
  • Verletzte: 5 Polizisten mit leichten Verletzungen.
Wirtschaftlicher Hintergrund

Laut Stadtverwaltung beliefen sich die monatlichen Ausgaben für die direkte Auftragsvergabe auf etwa 90 Millionen Pesos (über 1 Milliarde Pesos jährlich).

Das Tribunal de Cuentas (Rechnungshof) der Provinz hatte die Stadtverwaltung aufgefordert, die direkten Vergaben einzustellen, da diese nicht dem Ley Orgánica de Municipalidades (Gemeindeordnung) entsprachen, die öffentliche Ausschreibungen zur Gewährleistung von Transparenz vorschreibt.

Was ist eine öffentliche Ausschreibung?

Eine licitación pública (öffentliche Ausschreibung) ist ein transparentes Verfahren, bei dem staatliche Stellen Dienstleistungen oder Bauaufträge anbieten. Jedes interessierte Unternehmen kann ein Angebot abgeben, und der Zuschlag erfolgt in der Regel an das wirtschaftlichste Angebot. Dieses System soll Korruption verhindern und fairen Wettbewerb fördern.

Die Forderungen der Arbeiter

Die beteiligten Organisationen wie das Frente de Organizaciones en Lucha, das Movimiento de Trabajadores Excluidos (MTE) und das Frente Popular Darío Santillán lehnen die Ausschreibung ab. Sie argumentieren, dass dies Hunderte von Genossenschaftsmitgliedern ihre Arbeit kosten würde, die diese Aufgaben bisher ausführten.

Offizielle Quellen gaben an, dass den Arbeitern eine Entschädigung durch Socialkarten im Wert von 200.000 Pesos angeboten wurde. Die Demonstranten erklärten jedoch, dass die Beamten sie am Freitag nicht zu einem Gespräch empfangen hätten. Die Frist zum Kauf der Ausschreibungsunterlagen lief am selben Tag der Protestveranstaltung um 13:30 Uhr ab.

Nach den Festnahmen riefen die Organisationen zu einer neuen Mobilisierung vor der Comisaría 1° (Polizeistation 1) von La Plata auf, um die Freilassung ihrer Gefährten zu fordern.

Beteiligte Organisationen

Das Movimiento de Trabajadores Excluidos (MTE) ist eine soziale Bewegung in Argentinien, die sich für die Rechte von Arbeitern einsetzt, die nicht im formellen Arbeitsmarkt integriert sind. Das Frente Popular Darío Santillán ist nach einem jungen Aktivisten benannt, der 2002 bei einer Protestaktion getötet wurde. Diese Organisationen bieten Arbeitsplätze in Genossenschaften für Menschen in prekären Lebenssituationen.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

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