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Die WM 1986, die eine Tragödie überlebte, und Mexikos Hoffnung für 2026

04/07/2026 15:45 - Deportes

Die WM 1986, die eine Tragödie überlebte, und Mexikos Hoffnung für 2026

Vor 40 Jahren erschütterte ein Erdbeben Mexiko und beinahe wäre die Weltmeisterschaft abgesagt worden. Heute versucht die Nationalmannschaft, den Zauber der Isolation für 2026 neu zu entfachen.

Das Erdbeben, das Mexiko und den Weltfußball erschütterte

Am 19. September 1985 traf ein verheerendes Erdbeben die Metropole Mexiko-Stadt. Das Beben forderte tragischerweise mindestens 5.000 Todesopfer, wobei einige Schätzungen bis zu 40.000 annehmen, und machte 30.000 Menschen obdachlos. Große Teile der Hauptstadt lagen in Trümmern, was Zweifel an der Durchführbarkeit der Fußball-Weltmeisterschaft im darauffolgenden Jahr aufkommen ließ.

Es gab Forderungen, das Turnier abzusagen oder zu verschieben. Da die Stadien, darunter das legendäre Estadio Azteca (das für Mexiko so etwas wie die Maracanã für Brasilien oder das Wembley für England ist), jedoch standen, entschieden die mexikanische Regierung und die FIFA, das Turnier stattfinden zu lassen. Mexiko hatte die Austragung 1983 übernommen, nachdem Kolumbien aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen hatte.

Bei der Eröffnungsfeier 1986 wurde der damalige Präsident Miguel de la Madrid von 100.000 Zuschauern im Azteca ausgepfiffen, da sie mit dem Krisenmanagement nach dem Beben unzufrieden waren.

Die Magie von La Malinche: Das Geheimnis von 1986

Der serbische Trainer Bora Milutinović traf 1985 eine drastische Entscheidung: Er nahm die Spieler für ein ganzes Jahr aus ihren Klubs. Die mexikanische Nationalmannschaft reiste um die Welt und absolvierte über 20 Freundschaftsspiele. Doch die legendärste Episode war das Training auf dem Gipfel des Vulkans La Malinche auf 4.460 Metern Höhe.

Dort litten die Spieler, zitterten vor Kälte und wuchsen als Team zusammen. Diese Erfahrung schmiedete den Geist, der Mexiko ins Viertelfinale führte – die beste Leistung der Verbandsgeschichte. Milutinović erinnert sich, dass der einzige Weg, etwas zu erreichen, darin bestand, zusammen zu sein. Diese Zeit bereitete sie mental vor und war so effektiv, dass sie eine sehr erfolgreiche WM spielten.

2026: Die Formel der Isolation wird kopiert

Vier Jahrzehnte später lässt sich der heutige Trainer von El Tri (der Spitzname der mexikanischen Nationalmannschaft), Javier Aguirre – der 1986 selbst Spieler unter Milutinović war –, von diesem alten Glauben inspirieren. Aguirre überzeugte den mexikanischen Verband, 12 Spieler aus der Liga MX (der höchsten Spielklasse Mexikos) während der entscheidenden Phase der Playoffs auszuklinken. Die Spieler waren 30 Tage lang vor Beginn der WM 2026 gemeinsam isoliert.

Diese Maßnahme sorgte für Kontroversen, da Teams wie Chivas Guadalajara fünf Stammspieler abgeben mussten und im Halbfinale gegen Cruz Azul (die nur einen Spieler abgaben) ausschieden. Dennoch besteht die Hoffnung, dass diese Isolation die verlorene Kameradschaft wiedererweckt.

Im Rahmen der Vorbereitung gewann Mexiko sein letztes Freundschaftsspiel gegen Ghana mit 2:0, obwohl beide Teams durch das Fehlen europäischer Legionäre geschwächt waren. Kritiker weisen darauf hin, dass der moderne Fußball es schwer macht, das Heldentum zu wiederholen, doch der Optimismus bleibt. Milutinović, inzwischen 81 Jahre alt, vertraut darauf, dass die mexikanischen Fans den Stolz der Spieler entfachen werden, genau wie 1986. Das Motto von La Malinche hallt wieder: in der Hoffnung, dass Zusammenhalt und Mühe El Tri dazu bringen, den Zauber zu Hause neu zu erleben.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga