08/07/2026 06:52 - Internacionales
Am 7. Juli 2026 fällte das Berufungsgericht von Paris sein lang erwartetes Urteil über Marine Le Pen (57 Jahre), eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten Frankreichs. Die Verurteilung steht im Zusammenhang mit dem Skandal um die Veruntreuung von Mitteln des Europäischen Parlaments.
Wie internationale Medien berichten, verhängte die französische Justiz gegen Le Pen eine Geldstrafe von 100.000 Euro und ein Jahr Hausarrest mit elektronischer Fußfessel. Darüber hinaus wurden 15 Monate Unwählbarkeit für öffentliche Ämter festgelegt, eine Frist, die die Politikerin seit März 2025 bereits verbüßt haben soll. Der Hauptvorwurf drehte sich um die Veruntreuung von 2,8 Millionen Euro, die für parlamentarische Assistenten im Europaparlament bestimmt waren.
Obwohl sie rechtlich bei den Präsidentschaftswahlen 2027 antreten könnte, hatte Le Pen öffentlich erklärt, dass sie nicht kandidieren würde, falls das Urteil die Verwendung einer elektronischen Fußfessel beinhaltet. Ihre endgültige Entscheidung oder ein möglicher Ersatz durch Jordan Bardella auf der Präsidentschaftsliste soll in den Stunden nach dem Urteil bekannt gegeben werden.
Der Fall untersucht, ob die vom Front National (heute Rassemblement National) angestellten Assistenten tatsächlich im Europaparlament arbeiteten oder stattdessen parteipolitische Aufgaben in Frankreich ausübten, was den Vorschriften des Europaparlaments widerspricht. Solche Untersuchungen sind unter mehreren europäischen Parteien verbreitet, jedoch ist der Fall Le Pen der medienwirksamste.
Quellen zufolge bestätigt die Verurteilung die festgestellten Unregelmäßigkeiten. Dass die Unwählbarkeitsfrist bereits abgelaufen ist, lässt jedoch die Tür offen für eine starke Kandidatur der Partei bei den Wahlen 2027 und bewahrt die Hoffnung ihrer Anhänger für einen neuen Wahlzyklus.
Alfredo S. Quiroga