08/07/2026 15:04 - Judiciales
Berichten zufolge hat das Bundesstrafgericht (Tribunal Oral Federal) der Provinz Santa Cruz am 8. Juli 2026 sein Urteil im Prozess um den Untergang des argentinischen U-Boots ARA San Juan gefällt, der sich am 15. November 2017 ereignete. Mit Mehrheitsbeschluss verurteilten die Richter den ehemaligen Kommandeur der U-Boot-Streitkräfte, Claudio Villamide, zu drei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung. Er wurde wegen fahrlässiger Gefährdung (estrago culposo) mit Todesfolge der 44 Besatzungsmitglieder sowie wegen Pflichtverletzung als öffentlicher Beamter verurteilt.
Quellen zufolge bestand das Gericht aus den Richtern Mario Gabriel Reynaldi (Präsident), Enrique Nicolás Baronetto und Luis Alberto Giménez. Sie sprachen die drei weiteren Angeklagten einstimmig frei: den Konteradmiral Luis López Mazzeo, den Kapitän zur See Héctor Alonso und den Fregattenkapitän Héctor Correa. Die vollständigen Begründungen des Urteils werden am 21. August 2026 verlesen.
| Angeklagter | Rang zur Tatzeit | Urteil |
|---|---|---|
| Claudio Villamide | Ehemaliger Kommandeur der U-Boot-Streitkräfte | 3 Jahre auf Bewährung wegen fahrlässiger Gefährdung und Pflichtverletzung |
| Luis López Mazzeo | Kommandeur für Ausbildung und Bereitschaft | Freigesprochen |
| Héctor Alonso | Ehemaliger Chef des Stabes der U-Boot-Streitkräfte | Freigesprochen |
| Héctor Correa | Ehemaliger Operationschef der U-Boot-Streitkräfte | Freigesprochen |
Zur Freispruch von Alonso und Correa stellte das Gericht fest, dass sie keine direkte Befehlsgewalt (Tatherrschaft) hatten, da sie als Berater im Generalstab fungierten und nicht Teil der direkten Befehlskette waren. Im Fall von López Mazzeo wurde berücksichtigt, dass die direkte Kontrolle über das U-Boot nicht zu seinen spezifischen Aufgaben gehörte.
Das ARA San Juan war ein Dieselelektro-U-Boot der argentinischen Marine. Es verschwand am 15. November 2017 auf dem Weg von Ushuaia (der südlichsten Stadt der Welt in Feuerland) nach Mar del Plata (einer Küstenstadt in der Provinz Buenos Aires, wo sich der wichtigste Marinestützpunkt befindet). Ein Jahr später, im November 2018, wurde das Wrack in 907 Metern Tiefe im argentinischen Nordmeer gefunden, etwa 500 Kilometer vor der Küste der Halbinsel Valdés (einer berühmten Naturschutzregion in Patagonien). Bei der Tragödie kamen 43 Männer und 1 Frau ums Leben.
Vor dem Urteilsspruch erklärte Claudio Villamide seine Unschuld und kritisierte die Anklage. Er betonte, dass bis heute keine endgültige Erklärung für den mechanischen Ablauf der Tragödie existiere. Er beschrieb den Prozess als ein Verfahren gegen die gesamte argentinische Marine. Zum Abschluss gedachte er der 44 Besatzungsmitglieder und lobte den Kapitän Pedro Fernández und seine Crew für ihre Tapferkeit.
Obwohl der Schmerz über den Verlust der 44 Helden bleibt, stellt dieses Urteil einen wichtigen Schritt für die argentinische Justiz dar und bringt Licht in eine der tiefsten Tragödien der jüngeren Geschichte des Landes. Die Erinnerung an die Besatzung des ARA San Juan wird für immer in den Herzen der Argentinier lebendig bleiben.
Alfredo S. Quiroga