13/06/2026 12:18 - Actualidad
Un adulto mayor sentado en una esquina de Buenos Aires con aspecto vulnerable, iluminado por la luz del atardecer, representando la situación de explotación
Die argentinische Justiz ordnete Untersuchungshaft für drei Personen an, die einen 84-jährigen Mann im Viertel Mataderos der Hauptstadt Buenos Aires ausgebeutet haben sollen. Richter Julián Ercolini vom Bundesstrafgericht Nr. 12 begründete die Entscheidung damit, dass die Beschuldigten die Vulnerabilität des älteren Herrn ausnutzten, um ihn zum Betteln zu zwingen und sich die Einnahmen anzueignen.
Mataderos (spanisch für „Schlachthöfe“) ist ein Arbeiterviertel im Südwesten von Buenos Aires. Der Name stammt von den historischen Schlachthöfen, die dort im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Heute ist es bekannt für seine Traditionen, den Gaucho-Kultur und den wöchentlichen Markt. In einigen Bereichen bestehen jedoch weiterhin schwierige soziale Bedingungen.
Der Fall schockierte die Behörden: Der Mann lebte mit seinen Ausbeutern in einem Haus in der Straße Tapalqué. Täglich wurde er zur Kreuzung Murguiondo und Tapalqué geschickt, um morgens und nachmittags Geld zu erbetteln. Bei seiner Rückkehr nahmen ihm die Täter alles ab.
Der Richter qualifizierte die Tat als schweren Menschenhandel mit folgenden Erschwerungsgründen:
Quelle: Bundesstrafgericht Nr. 12
Die Ermittlungen begannen nach einem anonymen Anruf bei der Hotline 145 der Nationalen Koordinationsstelle für Menschenrechtsrettung. Diese kostenlose 24-Stunden-Hotline ist eine wichtige Anlaufstelle in Argentinien zur Meldung von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung.
In Argentinien funktioniert die 145 ähnlich wie in Deutschland verschiedene Hilfstelefone. Sie ist eine spezialisierte Hotline für Menschenhandel und wird von der PROTEX (Staatsanwaltschaft gegen Menschenhandel) betrieben. Anrufer können anonym bleiben und erhalten rechtlichen Schutz.
Am 18. Mai 2026 durchsuchte die Polizei das Haus. Der Mann wurde unter entsetzlichen Bedingungen aufgefunden: Er lebte in einem Zimmer voller Müll, Exkremente und Urin. Einer der Beschuldigten hatte seinen Personalausweis und seine Debitkarte im Besitz.
Laut Staatsanwaltschaft war der Mann mindestens vom 17. März 2026 bis zum 18. Mai 2026 in einer Situation der Ausbeutung. Die Täter nutzten gezielt folgende Umstände aus:
84 Jahre
Vulnerabilität
Keine familiäre Unterstützung
„Das Fehlen einer subjektiven Wahrnehmung des Opfers, dass es sich in einer Situation der Ausbeutung befindet, schließt die objektive Existenz einer Ausbeutungsdynamik nicht aus.“
Der Rentner wusste nicht einmal, wie hoch seine monatliche Rente war. Dies zeigt den totalen Kontrollverlust über sein Leben und sein Vermögen.
Der Richter ordnete an, dass der Staat die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit des älteren Herrn garantieren muss. Dies umfasst medizinische Versorgung, psychologische Betreuung und Schutz vor Einschüchterung durch die Beschuldigten.
In Argentinien ist Menschenhandel im Strafgesetzbuch unter Artikel 145 bis geregelt. Es umfasst die Rekrutung, den Transport und die Aufnahme von Personen zum Zweck der Ausbeutung. Besonders schwer bestraft wird die Tat, wenn:
| Aspekt | Argentinien | Deutschland (Vergleich) |
|---|---|---|
| Spezial-Hotline | 145 (kostenlos) | 08000 116 027 |
| Anonyme Anzeige | Möglich | Möglich |
| Opferschutz | Staatlich garantiert | Staatlich garantiert |
Staatsanwaltschaft, Bundesstrafgericht Nr. 12, Infobae, Cadena 3
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones