17/06/2026 03:04 - Actualidad
Partido de fútbol con símbolos comerciales entre Argentina y Argelia: maíz, leche, petróleo, representando el comercio bilateral de más de US$ 1.000 millones
Am 16. Juni 2026 bestreitet Argentinien sein Eröffnungsspiel bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Algerien im Arrowhead Stadium von Kansas City. Doch abseits des Platzes verbindet die beiden Länder eine weit intensivere Beziehung: Algerien kauft argentinische Waren im Wert von über einer Milliarde Dollar pro Jahr und gehört zu den wichtigsten Exportmärkten für Mais und Milchpulver.
Hintergrund: Argentinien, der Weltmeister von 2022, ist nicht nur fußballerisch eine Weltmacht, sondern auch einer der größten Agrarexporteure weltweit. Das Land mit 45 Millionen Einwohnern liefert Soja, Rindfleisch, Getreide und Milchprodukte in alle Welt.
Algerien ist mit 2,38 Millionen km² das flächenmäßig größte Land Afrikas – mehr als sechsmal so groß wie Deutschland. Der Großteil des Territoriums besteht jedoch aus der unbewohnbaren Sahara-Wüste.
Die Bevölkerung von 47 Millionen Menschen ist überraschend ähnlich groß wie die Argentiniens (ca. 45 Millionen). Das Bruttoinlandsprodukt liegt jedoch bei nur etwa 267 Milliarden Dollar – weniger als die Hälfte des argentinischen BIP.
Zur Einordnung: Deutschland hat ein BIP von rund 4,5 Billionen Dollar bei 84 Millionen Einwohnern.
Algerien zählt zu den 15 größten Erdöl- und Erdgasexporteuren der Welt und ist der führende Energielieferant Afrikas. Die Pipeline nach Europa versorgt Spanien und Italien mit fossilen Brennstoffen.
Dieser Reichtum hat dem Land Devisenreserven von über 57 Milliarden Dollar eingebracht – deutlich mehr als Argentinien besitzt, das unter wiederkehrenden Wirtschaftskrisen und Währungsschwankungen leidet.
Die Kehrseite: Die algerische Wirtschaft ist extrem einseitig auf Erdöl und Erdgas ausgerichtet und damit abhängig vom Weltmarktpreis.
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Argentinien einen Handelsüberschuss von 567 Millionen Dollar mit Algerien. Das bedeutet: Algerien kauft 50-mal mehr von Argentinien als umgekehrt. Diese Zahlen stammen vom argentinischen Statistikamt INDEC.
| Kennzahl | 2025 (gesamt) | Q1 2026 |
|---|---|---|
| Gesamthandelsvolumen | 1.170–1.288 Mio. USD | 577 Mio. USD |
| Argentinische Exporte | 1.169 Mio. USD | 567 Mio. USD |
| Argentinische Importe | 118 Mio. USD | 10 Mio. USD |
| Handelsüberschuss für Argentinien | ca. 1.000 Mio. USD | 557 Mio. USD |
Menge 2025: 2,9 Millionen Tonnen
Wert: 500–598 Mio. USD
Algerien ist der 4. größte Maisabnehmer Argentiniens weltweit.
Menge 2025: 70.711 Tonnen
Wert: 278,6 Mio. USD
Der 2. wichtigste Markt für argentinische Milchprodukte nach Brasilien.
216.000 Tonnen/Jahr
69,5 Mio. USD
177 Mio. USD (Futtermittel)
Fisch, Sonnenblumenöl, Hülsenfrüchte
Hintergrund: Argentinien besitzt extrem fruchtbare Böden, insbesondere in der Pampa-Region. Die Landwirtschaft trägt über 7 % zum BIP bei und ist einer der Hauptexportsektoren.
Die Einfuhren sind vergleichsweise bescheiden und konzentrieren sich auf landwirtschaftliche und industrielle Grundstoffe:
Algerien ist einer der weltweit größten Helium-Produzenten – ein Edelgas, das in der Medizintechnik, Raumfahrt und Elektronikindustrie unverzichtbar ist.
Im Mai 2026 trafen sich Vertreter beider Regierungen, um die landwirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen. Der argentinische Botschafter Atilio Berardi führte Gespräche mit dem algerischen Landwirtschaftsminister Yacine Mehdi Oualid.
Argentinien verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Trockenlandwirtschaft und Technologieanpassung – Wissen, das für Algeriens Wüstenklima wertvoll sein könnte.
Argentina und Algerien treffen bei der WM 2026 mit sehr unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen aufeinander: Argentinien mit diversifizierter Agroindustrie und Dienstleistungen, Algerien als Energielieferant. Die Erschließung von Vaca Muerta – eines der größten unkonventionellen Erdgasfelder der Welt in Patagonien – könnte Argentinien in Zukunft zu einem Energiemacher machen und die Profile der beiden Länder annähern.
Alfredo S. Quiroga