19/06/2026 04:26 - Economia
Gráfico financiero con flechas verdes ascendentes, barras de crecimiento del dólar y números en alza sobre fondo de bolsa de valores con tecnología moderna
Der argentinische Devisenmarkt schloss am Donnerstag, den 18. Juni 2026 mit unterschiedlichen Bewegungen. Sowohl der offizielle Dollar als auch der sogenannte „Blue-Dollar" registrierten Anstiege von je 10 Pesos, während die Finanzdollars ein moderateres Wachstum zeigten.
In Argentinien existieren mehrere Wechselkurse parallel. Der „Blue-Dollar" (Dólar blue) ist der inoffizielle, parallele Wechselkurs, der auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird. Da Argentinien seit Jahrzehnten mit Devisenbeschränkungen kämpft, kaufen viele Einheimische und Touristen Dollars auf diesem Markt, wo der Kurs freier bestimmt wird. Die Differenz zum offiziellen Kurs nennt man „Brecha" (Lücke).
Der offizielle Dollar (Dólar oficial) erreichte 1.470 Pesos für den Verkauf an den Schaltern der Banco Nación, dem größten staatlichen Kreditinstitut Argentiniens. Dies ist der höchste Wert seit dem 2. Februar 2026.
Kurse bei Privatbanken:
Der „Dólar tarjeta" (für Kartentransaktionen im Ausland) lag bei 1.898 Pesos und beinhaltet Steuern (PAIS-Steuer 30% + Einkommenssteuer 30%).
Der inoffizielle Blue-Dollar schloss bei 1.485 Pesos für den Verkauf nach einem Anstieg von 10 Pesos während des Tages. Der Kurs eröffnete stabil bei 1.475 Pesos.
Für den Kauf lag der Blue-Dollar bei 1.455 Pesos.
Für ausländische Investoren sind zwei Begriffe besonders wichtig:
Der MEP-Dollar ermöglicht den Kauf von Dollars über den argentinischen Aktienmarkt. Anleger kaufen argentinische Bonds in Pesos und verkaufen sie in Dollars. Am 18. Juni: 1.468,34 Pesos (+0,43%).
Der CCL-Dollar funktioniert ähnlich, aber die Transaktion wird über ausländische Märkte abgewickelt. Er liegt oft etwas höher. Am 18. Juni: 1.507,12 Pesos.
Die Lücke zum offiziellen Kurs sank auf 4,1% – der niedrigste Stand seit März.
Argentinien hat eine komplexe Devisengeschichte. Nach Jahren hoher Inflation (die 2024-2025 Hyperinflation erreichte) führte die Regierung ein System der „flotación administrada" ein – eine kontrollierte Schwankung des Wechselkurses.
Der aktuelle Anstieg übertrifft die monatliche Inflation von 2,1% (Mai 2026), was eine aktive Wechselkurspolitik zeigt.
Wichtige Faktoren für den Anstieg:
Die argentinische Zentralbank (BCRA) hat seit Beginn der aktuellen Politik USD 10,6 Milliarden in Netto-Käufen akkumuliert – ein wichtiges Signal für Gläubiger und Investoren.
Obergrenze der Wechselkursbande: 1.788,47 Pesos. Dies lässt der Regierung Spielraum für Anpassungen.
Das Landesrisiko (Riesgo País) liegt bei 425-430 Basispunkten – dem niedrigsten Stand seit April 2018. Dies spiegelt das verbesserte Vertrauen internationaler Investoren in die argentinische Wirtschaft wider.
ADRs (American Depositary Receipts) sind argentinische Aktien, die an der US-Börse gehandelt werden. Am Donnerstag zeigte der Finanzsektor deutliche Gewinne:
| ADR (Aktie) | Veränderung | Kontext |
|---|---|---|
| BBVA Argentina | +5,75% | Spanische Bank mit starker Präsenz |
| Banco Macro | +4,78% | Größte private argentinische Bank |
| Supervielle | +2,99% | Regionale Bank |
| Grupo Galicia | +2,52% | Finanzholding |
| Tenaris | -3,55% | Öl- und Gaskonzern ( italienisch-argentinisch) |
| Telecom Argentina | -3,29% | Telekommunikationsunternehmen |
Der Merval-Index (wichtigster argentinischer Aktienindex) stieg um 1,62%, während der US-amerikanische S&P 500 um 1,12% wuchs – begünstigt durch einen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran.
Marktanalysten erwarten einen Dollar-Kurs zwischen 1.629 Pesos (Matba-Rofex, Terminbörse) und 1.658 Pesos (REM des BCRA) bis Dezember 2026.
Herausforderungen: Die Wintersaison im Juli (argentinische Ferien) und Auslands-schuldentilgungen am 9. Juli (USD 4,4 Milliarden) könnten den Devisenmarkt belasten.
Die argentinische Wirtschaft zeigt stabilisierende Tendenzen: sinkendes Länderrisiko, kontrollierte Inflation und eine enge Lücke zwischen offiziellem und Blue-Dollar deuten auf eine erfolgreiche Reformpolitik hin. Für Ausländer bietet der Markt interessante Investitionsmöglichkeiten, insbesondere im Finanzsektor.
Quellen: El Litoral, Clarín, Marktdaten vom 18.06.2026. Originalnachricht verfügbar unter https://www.imago.com.ar
Alfredo S. Quiroga