19/06/2026 16:07 - Economia
Montón de paquetes de compras online sobre una mesa, concepto de importación puerta a puerta.
Der Online-Handel in Argentinien erlebt einen beispiellosen Boom. Laut offiziellen Daten des Nationalinstituts für Statistik und Volkszählung (Indec), analysiert von der Beratungsfirma Analytica, erreichten die Courier-Importe im Zeitraum Januar bis Mai 2026 518 Millionen USD – ein historischer Rekord mit einem Anstieg von 113,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Für ausländische Leser: Das sogenannte „Puerta a Puerta“ (Tür-zu-Tür) ist ein vereinfachter Importmechanismus, der es argentinischen Verbrauchern ermöglicht, Produkte aus dem Ausland direkt nach Hause zu bestellen. Private Kurierunternehmen übernehmen den Transport und die Zollformalitäten. Der Kunde bezahlt nur einmal und erhält die Ware an seiner Haustür.
Argentinien kämpft seit Jahrzehnten mit strengen Importbeschränkungen und Währungskontrollen. Dieses System repräsentiert eine Öffnung des Marktes.
Limit von 3.000 USD pro Sendung. Steuerfreibetrag von 400 USD für bestimmte Güter.
Allein im Mai 2026 betrugen die Importe über diesen Kanal 115 Millionen USD – ein Anstieg von 84,4 % gegenüber Mai 2025. Dieser Wert ist der höchste, der jemals für einen Mai in konstanten Dollar registriert wurde, knapp unter dem absoluten Rekord von 118 Millionen USD im April 2026.
Die Lücke zwischen offiziellem Dollar und „Blue Dollar“ (inoffizieller Schwarzmarktkurs) ist auf ein historisches Minimum gesunken.
Erleichterte Verwaltungsverfahren und höhere Limits für Kleinimporteure.
Popularisierung von Apps wie Shein, Temu und Amazon mit kostenlosen oder günstigen Versandoptionen.
Verbesserung der Dollar-Löhne für bestimmte Bevölkerungssegmente.
| Zeitraum | Courier-Importe | Veränderung |
|---|---|---|
| 2024 (Gesamt) | 239 Millionen USD | – |
| 2025 (Gesamt) | 894 Millionen USD | +274 % |
| 2026 (Jan–Mai) | 518 Millionen USD | +113,2 % |
Mobiltelefone, Notebooks und elektronisches Zubehör führen die Nachfrage an.
Internationale Marken zu wettbewerbsfähigen Preisen.
Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel und Haushaltsartikel.
Der Aufstieg dieses Kanals bereitet Sorgen in Sektoren wie der Bekleidungs- und Klein-Elektronikindustrie, die mit Preis- und Sortimentskonkurrenz konfrontiert sind. Diese Debatte ist nicht exklusiv für Argentinien; Länder wie Frankreich haben bereits strengere Vorschriften zur Etikettierung, Rückverfolgbarkeit und Steuereinhaltung für diese Plattformen eingeführt.
Quellen: Infobae und Mendoza Post.
Alfredo S. Quiroga