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Argentiniens Regierung blockiert Befragung von Adorni mit Hilfe von PRO und UCR

23/06/2026 15:50 - Politica

Ein politisches Manöver, das den Kurs verändert

Die von der Opposition für diesen Dienstag einberufene Sondersitzung in der argentinischen Abgeordnetenkammer scheiterte an fehlendem Quorum nach einer Last-Minute-Vereinbarung zwischen der Regierungspartei La Libertad Avanza und den verbündeten Blöcken des PRO und der UCR. Nur 117 Abgeordnete waren anwesend, obwohl 129 für den Beginn der Debatte erforderlich waren.

Das politische Kalkül, orchestrated vom Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Martín Menem, ermöglichte es der Regierung, Zeit zu gewinnen inmitten des Skandals um den Kabinettschef Manuel Adorni, der wegen mutmaßlicher unrechtmäßiger Bereicherung nach einem Vermögenszuwachs von 775% (von 20 Millionen auf 944 Millionen Pesos) untersucht wird.

Hintergrund für ausländische Leser: In Argentinien kontrolliert die Partei La Libertad Avanza (LLA) von Präsident Javier Milei die Exekutive, hat aber keine absolute Mehrheit im Kongress. Das PRO ist die Partei des ehemaligen Präsidenten Mauricio Macri, und die UCR (Unión Cívica Radical) ist eine traditionelle Mitte-Partei. Beide sind faktische Verbündete der Regierung.

Wer kein Quorum ermöglichte

  • PRO (konservativer Block, Macri-Partei)
  • UCR (Radikale Bürgerunion)
  • MID (Integrations- und Entwicklungsbewegung)
  • Independencia (Tucumán)
  • Innovación Federal (Misiones und Salta)
  • La Neuquinidad (Neuquén)
  • Producción y Trabajo (San Juan)
  • Sector Provincias Unidas (Pullaro-Block)

Wer erschien im Plenum

  • Unión por la Patria (Kirchnerismus, Peronismus)
  • Frente de Izquierda (Linke Front)
  • Coalición Cívica (Bürgerkoalition)
  • Radikale Dissidenten aus Provincias Unidas
  • Abgeordnete aus Córdoba (Llaryora-Block)
  • Salta-Abgeordneter von Innovación Federal
  • Zwei Abgeordnete von Elijo Catamarca
  • Minderheitenblocks (Pichetto, De la Sota, Pagano, Banfi)

Was ist eine Interpellation?

In der argentinischen Verfassung (Artikel 101) können Abgeordnete den Kabinettschef zur Rechenschaft über seine Amtsführung zitieren. Das nennt man Interpellation. Wenn der Kabinettschef die Vertrauensfrage verliert, kann der Kongress eine Misstrauensmotion verabschieden und seine Entlassung fordern.

Historischer Kontext: Dies wäre das erste Mal seit der Schaffung der Kabinettschef-Figur in der Verfassung von 1994, dass der Kongress eine Misstrauensmotion anwendet. Die Regierung argumentiert, sie wolle "ernsthaft" sein und einen schlechten Präzedenzfall vermeiden.

Das Abkommen hinter den Kulissen

Der Gegenvorschlag der Regierung kam kurz vor der Sitzung. Martín Menem setzte die Einberufung des Ausschusses für Verfassungsangelegenheiten für kommenden Dienstag, 30. Juni um 15 Uhr durch, wo die Behandlung des Interpellationsverfahrens gegen Adorni beginnen wird.

Vom PRO argumentierten sie: "Es machte mehr Sinn aus politischer Sicht, dass wir das mit der Regierung koordinieren, anstatt mit dem Kirchnerismus abzustimmen." Cristian Ritondo, Chef des gelben Blocks (PRO), erreichte so einen Zwischenweg, der vermied, Adorni öffentlich zu verteidigen, während er die Allianz mit der Regierung aufrechterhielt.

Nächste Schritte: Wichtiger Kalender

Datum Ereignis Bedeutung
30.06.2026 Ausschuss für Verfassungsangelegenheiten beginnt Debatte Beginn der Behandlung im Ausschuss
02.07.2026 Adorni erscheint im Senat Regierungsbericht und Fragen zum Vermögen
Ohne Datum Ausschuss für Petitionen und Reglement Noch nicht einberufen

Die Strategie von La Libertad Avanza

Das Abkommen ermöglichte der Regierung, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

1Zeit gewinnen

Das Thema wird an einen Ausschuss ohne Beschlussdatum verwiesen, was die Abstimmung im Plenum verzögert.

2Lähmung überwinden

Am Mittwoch werden der Súper RIGI (Investitionsrahmen) und die Zahlung an zwei Geierfonds mit Frist Ende des Monats behandelt.

Der Kontext des AdorniGate-Skandals

Die Misstrauensmotion gegen Manuel Adorni erreicht 120 der 129 benötigten Unterschriften. Der Kabinettschef bleibt trotz Verlust des Präsidentensprechers im Amt, ein Posten, den nun der Ökonom und Abgeordnete Adrián Ravier innehat.

Bundesrichter Ariel Lijo führt den Fall wegen mutmaßlicher unrechtmäßiger Bereicherung. Das angefochtene Vermögen zeigt einen Anstieg von 775%, von 20 Millionen auf 944 Millionen Pesos (ca. 20.000 auf 944.000 Euro zum offiziellen Kurs).

Die Erwartung der Regierung ist, dass PRO und UCR im Senat die gleiche Strategie wiederholen: verlangen, dass das Projekt der Peronisten zuerst den Ausschuss durchläuft, bevor im Plenum abgestimmt wird.

Quellen: Infobae | Ámbito

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