01/07/2026 18:41 - Internacionales
Keiko Fujimori wurde am 29. Juni 2026 zur Präsidentin von Peru proklamiert, nachdem sie sich in der Stichwahl mit 50,13% der Stimmen (9.223.396 Stimmen) gegen Roberto Sánchez durchsetzte, der 49,86% (9.173.755 Stimmen) erreichte. Die Differenz betrug lediglich 49.641 Stimmen, was diese Wahl zur dritten konsekutiven Präsidentschaftswahl in Peru macht, die mit weniger als 50.000 Stimmen entschieden wurde.
Für internationale Beobachter: Peru befindet sich in Südamerika und hat in den letzten Jahren eine beispiellose politische Instabilität erlebt. Das Land hatte 8 Präsidenten in 10 Jahren, eine Zahl, die die komplexe politische Landschaft des Andenstaates verdeutlicht.
| Erster Wahlgang | Mai 2026 |
| Stichwahl | 07.06.2026 |
| Offizielle Proklamation | 03.07.2026 |
| Übergabe der Credentials | 15.07.2026 |
| Amtseinführung | 28.07.2026 |
Dieser Sieg markiert die Rückkehr des Fujimorismus an die Macht nach 25 Jahren. Keiko Fujimori ist die Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000), der wegen Menschenrechtsverletzungen zu einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Die Politikerin hatte bereits drei frühere Präsidentschaftskandidaturen verloren: 2011, 2016 und 2021.
Im ersten Wahlgang erreichte Fujimori 17,19% der Stimmen gegenüber 12,03% für Sánchez, bei insgesamt 35 konkurrierenden Kandidaten. Diese Fragmentierung des politischen Spektrums ist typisch für die peruanische Parteienlandschaft.
Roberto Sánchez hat die Ergebnisse nicht anerkannt und behauptet Unregelmäßigkeiten bei der Auslandsabstimmung, ohne konkrete Beweise vorzulegen. Der paraguayische Präsident Santiago Peña hat Fujimori öffentlich zu ihrem Sieg gratuliert.
Die Präsidentschaft von Fujimori wird den Zeitraum 2026 bis 2031 umfassen. Die offizielle Proklamation durch die Nationale Wahljury (JNE) ist für den 3. Juli 2026 geplant.
Alberto Fujimori regierte Peru von 1990 bis 2000. Im Jahr 2000 floh er nach Japan während eines Korruptionsskandals. Seine Tochter Keiko hat eine beträchtliche Anhängerschaft gehalten, besonders in Bevölkerungssektoren, die die Ära ihres Vaters als Zeit der wirtschaftlichen Stabilität und der Bekämpfung des Terrorismus (Leuchtender Pfad) in Erinnerung behalten. Peru ist mit etwa 34 Millionen Einwohnern das viertbevölkerungsreichste Land Südamerikas.
Nach Jahren politischer Turbulenzen hofft die peruanische Bevölkerung auf Stabilität und wirtschaftliche Erholung. Die neue Regierung steht vor der Herausforderung, ein tief gespaltenes Land zu einen und demokratische Institutionen zu stärken.
Alfredo S. Quiroga