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Argentiniens Höchstgericht bestätigt Einziehung von 685 Mrd. Pesos

02/07/2026 15:09 - Judiciales

Argentiniens Höchstgericht bestätigt Milliarden-Einziehung im Vialidad-Fall

Am 2. Juli 2026 wies das Höchstgericht, bestehend aus Horacio Rosatti, Carlos Rosenkrantz und Ricardo Lorenzetti, Nichtigkeitsanträge ab und ließ die aktualisierte Einziehungssumme rechtskräftig werden.

Kontext für Ausländer: Was ist der Vialidad-Fall? Es ist einer der größten Korruptionsskandale Argentiniens. Er untersucht Betrug bei öffentlichen Straßenbauarbeiten in der südlichen Provinz Santa Cruz zwischen 2003 und 2015. Der Unternehmer Lázaro Báez erhielt über sein Unternehmen Austral Construcciones 86 % der staatlich finanzierten Aufträge.

Was bedeutet Einziehung (decomiso)? Im Strafrecht ist dies eine Nebenstrafe, die den Verlust von Gewinnen aus einer Straftat oder der dafür verwendeten Güter vorsieht. Das Gericht aktualisierte den Betrag nach dem Verbraucherpreisindex (IPC) des argentinischen Statistikinstituts INDEC.

Details zur Aktualisierung des Betrags

Der ursprüngliche Betrag wurde vom Bundesgericht N° 2 (TOF 2) auf 84.835.227.378,04 Pesos festgelegt. Nach der endgültigen Verurteilung aktualisierte das Sachverständigen-Gremium des Höchstgerichts die Summe auf 684.990.350.139,86 Pesos (ca. 685 Milliarden Pesos), um die Inflation zwischen November 2022 und Mai 2025 widerzuspiegeln.

Abgewiesene Verteidigungsargumente

Die Anwälte der Ex-Präsidentin Cristina Kirchner argumentierten, der Originalbetrag sei provisorisch und kritisierten die Nutzung des IPC. Die Verteidigung von Lázaro Báez behauptete, ein anderes Gericht sei zuständig. Das Höchstgericht wies beide Anträge als unzulässig zurück.

Die Verurteilten und ihre Strafen

Am 6. Dezember 2022 verurteilte das TOF 2 mehrere Beamte und Unternehmer wegen betrügerischer Verwaltung zum Nachteil der Öffentlichkeit. Alle müssen solidarisch für die Einziehung haften, die 111 Vermögenswerte umfasst.

Liste der Verurteilten

VerurteilterRolleStrafe
Cristina Fernández de KirchnerEx-Präsidentin und Vizepräsidentin6 Jahre Gefängnis und dauerhaftes Ämterverbot (unter Hausarrest)
Lázaro BáezUnternehmer (Austral Construcciones)6 Jahre Gefängnis
Francisco José LópezEx-Sekretär für öffentliche Arbeiten6 Jahre Gefängnis
Nelson Guillermo PeriottiEx-Leiter der Straßenbau-Behörde6 Jahre Gefängnis
Juan Carlos VillafañeEx-Provinzbeamter5 Jahre Gefängnis
Raúl Gilberto PavesiEx-Provinzbeamter4 Jahre und 6 Monate
Mauricio CollaredaEx-Provinzbeamter4 Jahre Gefängnis
José Raúl SantibáñezEx-Provinzbeamter4 Jahre Gefängnis
Raúl Osvaldo DaruichEx-Provinzbeamter3 Jahre und 6 Monate
Wie geht es weiter?

Mit der Entscheidung des Höchstgerichts ist der Betrag von 685 Milliarden Pesos rechtskräftig. Das Gericht TOF 2 hat bereits die Bewertung von Immobilien im Süden des Landes eingeleitet, um mit der Versteigerung zu beginnen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die argentinische Justiz im Kampf gegen Korruption.

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