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Japans Hayabusa2 erreicht historischen Meilenstein: Vorbeiflug an Asteroiden in 800 Metern

06/07/2026 16:39 - Tecnologia

Ein historischer Vorbeiflug zum Schutz der Erde

Am 5. Juli 2026 erreichte die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) eine beispiellose Meisterleistung. Ihre Sonde Hayabusa2 absolvierte einen extremen Vorbeiflug und strich dabei in einer Entfernung von weniger als 800 Metern am Asteroiden Torifune vorbei. Das etwa kühlschrankgroße Raumfahrzeug, das sich mit mehr als 18.000 Kilometern pro Stunde fortbewegte, bewies, dass es möglich ist, eine Sonde im tiefen Weltraum mit millimetergenauer Präzision zu steuern. Dies ist eine entscheidende Fähigkeit für die planetare Verteidigung.

Laut Berichten der JAXA wurde das Manöver um 18:35 Uhr Ortszeit erfolgreich abgeschlossen, und die Sonde arbeitete weiterhin völlig normal. Die von der Agentur geteilten Bilder zeigten, wie die Wissenschaftler im Kontrollraum applaudierten und einen Erfolg feierten, der für die Menschheit in der Zukunft von entscheidender Bedeutung sein könnte.

Was ist planetare Verteidigung?

Unter planetarer Verteidigung versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen und Technologien, die darauf ausgelegt sind, den Einschlag von Himmelskörpern auf die Erde zu verhindern oder deren Folgen zu mildern. Im Gegensatz zur DART-Mission der NASA im Jahr 2022, bei der absichtlich ein Raumschiff auf den Asteroiden Dimorphos gesteuert wurde, um seine Umlaufbahn zu verändern, zielte der japanische Test darauf ab, die Präzisionsnavigation bei einer extremen Annäherung ohne Kollision zu erproben.

Yuya Mimasu, ein Forscher der JAXA, beschrieb die Schwierigkeit des Manövers mit einer anschaulichen Analogie: Es ist so schwierig, als würde man versuchen, durch eine Ein-Yen-Münze zu schießen, die sich irgendwo in der Region zwischen Okinawa und Hokkaido befindet. (Anmerkung: Okinawa und Hokkaido markieren die äußerste Süd- bzw. Nordgrenze Japans über eine Distanz von Tausenden Kilometern).

Die Reise der Hayabusa2

Die Sonde Hayabusa2 wurde im Jahr 2014 gestartet und blickt bereits auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück. Bei früheren Missionen landete sie auf dem Asteroiden Ryugu, der sich etwa 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet, und sammelte Material von seiner Oberfläche. Sechs Jahre später brachte sie diese Proben zu unserem Planeten zurück und lieferte wertvolle Hinweise auf das Sonnensystem in seinen frühen Phasen vor etwa 4,6 Milliarden Jahren.

Nach ihrem Vorbeiflug an Torifune wird die Sonde ihre Reise fortsetzen. Es ist geplant, dass sie im Jahr 2031 eine Begegnung mit einem weiteren Asteroiden, 1998KY26, versuchen wird. Wie Patrick Michel, Projektwissenschaftler bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), erklärte, bereitet uns jedes neue Bild und jedes Oberflächendatum besser darauf vor, die Vielfalt der erdnahen Asteroiden zu verstehen.

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